WestLB : Landesbanken wollen zusammen gehen

Für die baden-württembergische Landesbank wäre eine Fusion mit der WestLB nach wie vor die Wunschlösung. Die Landesregierung Nordrhein-Westfalens würde ihre Anteile gerne los werden.

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Die Zentrale der Westdeutschen Landesbank (WestLB) in Düsseldorf. -Foto: ddp

Stuttgart/Düsseldorf Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) favorisiert bei den Gesprächen mit der Westdeutschen Landesbank (WestLB) einen Zusammenschluss beider Institute. Der Vorsitzende des Verwaltungsrates der LBBW, Peter Schneider, sagte: "Das Ziel ist ganz klar die Fusion." Eine Holding wäre für für die LBBW-Eigner "nur eine Übergangsregelung." Ein Mutter-Tochter-Modell verbietet sich nach den Worten von Schneider, der auch Präsident des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg ist, wegen der "Wertigkeit" von Nordrhein-Westfalen als größtem Bundesland.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung zeigt sich weiter offen für einen Verkauf ihres WestLB-Anteils an die LBBW. "Wir halten uns alle Optionen offen", sagte der NRW-Finanzminister Helmut Linssen (CDU) vor dem Finanz- und Haushaltsausschuss des Landtages. Derzeit werde über drei Handlungsmöglichkeiten bei der WestLB diskutiert: einen Verkauf an die LBBW, den Einstieg eines privaten Investors oder ein Holding-Modell unter Einbeziehung der Landesbank Sachsen.

LBBW-Verwaltungsratschef Schneider sagte in Stuttgart: "Die Signale von der WestLB sind sehr interessant." Die Gespräche liefen sehr gut. Verhandelt werde gegenwärtig zwischen den Eignern beider Banken "mit Hochdruck". Es sei guter Hoffnung, dass beide Seiten die Chancen nutzten. "Schon Ende des Monats wird man ein Stück weitersehen", kündigte Schneider an. Wenn man zusammengehe, sollte dies eine Fusion sein, meinte Scheider. "Denn das ist das, was der Kapitalmarkt versteht."

Fusion von Landesbanken wäre sinnvoll

Eine Fusion zwischen LBBW und WestLB hätte nach Schneiders Worten für beide Seiten große Vorteile. Allein die Bilanzsumme würde auf 700 Milliarden Euro steigen. Schneider erinnerte daran, dass eine Fusion von Landesbanken schon seit längerem angesagt sei. Die LBBW sei wohl ein ertragsstarkes und großes Haus, aber allein werde die LBBW nicht die Rolle spielen können, die sie müsste. Von europäischer Seite sei immer wieder betont worden, dass die deutschen Landesbanken keine Spitzeninstitut herausbildeten, das in Europa eine führende Rolle spielen könne. "Wir haben eine große Pflicht an dieser Herausforderung mitzuwirken", sagte Schneider.

Bei den Gesprächen mit der WestLB seien derzeit zwei Rechtsformen im Gespräch. Die WestLB sei eine AG, die LBBW eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Es gebe aber noch eine dritte Rechtsform: Die AG europäischen Rechts. Es werde ein neues Institut geben, in dem beide aufgehen werden, sagte Schneider. "Wir haben eine hohe Übereinstimmung mit den Sparkassenverbänden in NRW, fügte er hinzu. (mit dpa)

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