• WestLB leidet unter Enron, Worldcom und der Börsenflaute Kreditausfälle und Aktiencrash verursachen Milliardenverlust

Wirtschaft : WestLB leidet unter Enron, Worldcom und der Börsenflaute Kreditausfälle und Aktiencrash verursachen Milliardenverlust

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Düsseldorf (tas). Der WestLBKonzern musste im Jahr 2002 einen Milliardenverlust verbuchen. Wie das Management der Düsseldorfer Bank am Freitag bekannt gab, fiel im vergangenen Jahr ein Vorsteuerverlust in Höhe von 1,67 Milliarden Euro an. Ein Jahr zuvor hatte das Institut noch 143 Millionen Euro verdient. Als Gründe für den Einbruch wurden die desolate Lage an den internationalen Finanzmärkten und die steigenden Risiken bei der Kreditvergabe genannt.

Die Risikovorsorge (siehe Lexikon, Seite 18) im Kreditgeschäft wurde 2002 auf fast zwei Milliarden (2001: 566 Millionen) Euro ausgeweitet. Davon sei mehr als ein Viertel auf Betrugsfälle und Bilanzmanipulation zurückzuführen. So musste die WestLB ihre Kreditengagements bei den zusammengebrochenen US-Konzernen Enron und Worldcom abschreiben. Erst kürzlich wurde ein neuer Vorsorgefall bekannt, der die Bilanz für 2002 entgegen den Planungen weiter belastet. Einzelheiten hierzu wollte WestLB-Chef Jürgen Sengera allerdings nicht nennen. Aus Finanzkreisen wurde jedoch bekannt, dass die Londoner Investmentsparte der WestLB fehlgeschlagene Geschäfte mit einer englischen Leasinggesellschaft zu verantworten hat.

Besser als die Bilanz 2002 sieht bisher das neue Geschäftsjahr aus. Da die Bank ihre Risiken voll ins vergangene Jahr gepackt hat, konnten im ersten Quartal 2003 wieder schwarze Zahlen geschrieben werden. Das Betriebsergebnis lag nach Risikovorsorge bei 186 (Vorjahr: 44) Millionen Euro. „Im ersten Quartal sind wir voll im Plan“, sagte Sengera. „Selbst wenn die Erträge 2003 nicht mehr wachsen, werden wir aufgrund von Kostensenkungen wesentlich besser abschneiden als 2002.“ Nachdem die Kosten 2002 um 340 Millionen Euro gesenkt wurden, will der Vorstand 2003 weitere 200 Millionen Euro einsparen. Bis Ende April wurde der Personalbestand um knapp 1200 auf unter 7600 Vollzeitarbeitskräfte reduziert. Bis zum Jahresende werden weitere 500 Stellen gestrichen.

Die Einsparungen sollen die WestLB besser für den Wettbewerb vorbereiten. Ziel sei es, die Bank bis 2007 kapitalmarktfähig zu machen. Bis Mitte 2005 fallen für alle deutschen Landesbanken die Haftungsgarantien des Staates weg. Bereits im Herbst 2002 wurde die damalige Westdeutsche Landesbank auf Druck der EU-Kommission in die öffentlich-rechtliche Landesbank NRW und die privatwirtschaftliche WestLB AG aufgespalten.

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