Wirtschaft : WestLB spart im Investmentbanking

Gewinn sinkt/Weberbank im Herbst integriert

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Berlin/Düsseldorf Die WestLB hält trotz eines Ertragsrückgangs an ihrer Neuausrichtung fest und bekräftigte am Donnerstag ihre Jahresziele. Die Integration der Weberbank, die die WestLB im Mai von der Bankgesellschaft Berlin erworben hat, läuft planmäßig. Allerdings wird das formale Closing des Kaufvertrages, also der rechtlich verbindliche Vollzug, sowie die Umwandlung der Privatbank in eine AG wohl erst im Oktober stattfinden. „Es gibt aber keine inhaltlichen Verzögerungen“, sagte ein Sprecher. „Unsere Teams arbeiten schon eng zusammen, und der neue Auftritt im Private Banking wird vorbereitet.“ Im Herbst werde wie geplant eine Niederlassung in Düsseldorf eröffnet. Mit den Bereichen der Weberbank sollen auch 33000 Kunden des Instituts an die WestLB übergehen. Das Bundeskartellamt hatte die Übernahme der Weberbank durch die WestLB Ende Juli gebilligt.

Der Gewinn der WestLB ist im ersten Halbjahr deutlich gesunken.Von Januar bis Juni konnte die Bank nur noch ein Ergebnis vor Steuern von 297,5 Millionen Euro erzielen. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es noch 316,8 Millionen Euro. Dies lag vor allem am schleppend verlaufenden Investmentgeschäft. Hier rutschte das Ergebnis drastisch auf 192,7 (291,1) Millionen Euro ab. Vorstandschef Thomas Fischer kündigte am Donnerstag an, er wolle die Kosten der Bank weiter drücken und das Investmentbanking umgestalten. „Jetzt müssen wir die Umgestaltung des Investmentbankings konsequent umsetzen“, kündigte Fischer an. Damit werde die Bedeutung „großer Deals“ für die Bank sinken und der „Anteil einer Vielzahl einzelner Geschäftsabschlüsse“ steigen. In WestLB-Kreisen wird nicht ausgeschlossen, dass die Bank im kommenden Jahr weitere Stellen im Investmentbanking abbauen könnte. Die Entscheidung vor allem für den Standort London sei abhängig von der weiteren Entwicklung der Sparte. Im Investmentbanking will das über Jahre mit Milliarden-Verlusten kämpfende Institut auch ihre Abhängigkeit von großen Deals verringern und Kundenbeziehungen mit stetigeren Erlösen erreichen. Fortschritte in diesem Bereich sind entscheidend für die weitere Zukunft der Bank, schließlich soll das Geschäftsfeld künftig mit gut vier Fünfteln den Löwenanteil der Erträge bringen.

Gut hingegen läuft das Geschäft mit den Sparkassen. Hier stieg der Gewinn vor Steuern gegenüber dem Vorjahr auf 255,2 (92,7) Millionen Euro. Schlechter hätte das Ergebnis der achtgrößten deutschen Bank ausgesehen, wenn sie sich nicht von strategischen Beteiligungen wie Thyssen-Krupp getrennt hätte. Die Verkaufserlöse machten etwa ein Drittel des Ergebnisses aus Finanzanlagen und Beteiligungen von 269,4 Millionen Euro aus, hieß es in WestLB-Kreisen.

Trotz des geringeren Gewinns bekräftigte die Bank ihre Jahresprognose von 600 Millionen Euro. Erstmals stehen keine außerplanmäßigen Negativfaktoren an. Der WestLB-Chef setzt auch auf eine Straffung der Kostenbasis der Bank. 2004 hatte eine Milliardenstrafe die Bank ins Minus gedrückt, in den Vorjahren hohe Abschreibungen. mot/cd (HB)

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