Wirtschaft : Wettbewerb bei Erdgas verzögert sich

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Berlin - Weil der Wettbewerb auf den Gasmärkten nur schleppend vorankommt, haben Verbraucherschützer der Bundesnetzagentur schwere Versäumnisse vorgeworfen. Die Behörde müsse gegen die Verzögerungstaktik der Gasnetzbetreiber vorgehen, sagte die Chefin des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv), Edda Müller. „Wir fordern die Einleitung eines Missbrauchsverfahrens sowie eine Abschöpfung der Monopolgewinne.“ Sie könne „nicht verstehen, warum die Bundesnetzagentur nicht aktiv wird“. Dieses Versäumnis werde die Verbraucher mehrere Milliarden Euro pro Jahr kosten.

Bisher können die Verbraucher in Deutschland ihren Gasanbieter nicht frei wählen. Laut Energiewirtschaftsgesetz sind die Gasnetzbetreiber aber seit dem 1. Februar verpflichtet, Verträge zur Nutzung der Netze durch Wettbewerber vorzulegen. Bisher hätten dies jedoch nur die wenigsten Unternehmen getan, kritisierte Müller. „Anstatt endlich für Wettbewerb zu sorgen, lässt sich die Bundesnetzagentur von der Gaswirtschaft an der Nase herumführen.“ Sie solle endlich von ihrem gesetzlichen Instrumentarium Gebrauch machen und „dem Zeitschinden Einhalt gebieten“. Netzagentur-Präsident Matthias Kurth hatte am 31. Januar eine schnelle Gasnetz-Öffnung angekündigt. Seitdem hat sich jedoch nicht mehr viel getan. Die Netzbetreiber könnten deshalb weiter Monopolgewinne ohne Wettbewerb einstreichen, bemängelte Müller.

Kritik kam auch vom Bundesverband neuer Energieanbieter (bne), der die Newcomer des Markts vertritt. Wenn die Netzagentur auf ein freiwilliges Entgegenkommen der etablierten Gaswirtschaft warte, werde die Öffnung des Gasmarkts in Deutschland um mindestens ein Jahr verzögert, hieß es. Tsp/dpa

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