Wettbewerb : Bundesregierung wird Schutz der Lufthansa vor Konkurrenz vorgeworfen

Offenbar will die Fluggesellschaft Emirates Airlines die Golfregion zur Drehscheibe für den weltweiten Flugverkehr machen - zum Nachteil der Lufthansa. Künftig wollen die Emirate auch Berlin und Stuttgart anfliegen und stoßen damit auf Ablehnung bei der Bundesregierung.

Die Bundesregierung fürchtet einem Zeitungsbericht zufolge um die Stellung der Lufthansa durch Konkurrenz von Fluggesellschaften aus dem Nahen Osten. Die Fluggesellschaft Emirates Airlines verfolge offenbar, das Ziel, "die Golfregion zur Drehscheibe (Hub) für ein weltweites, stetig wachsendes Verkehrsnetz zu entwickeln und dabei traditionelle Direktverkehre zwischen Europa und Fernost oder Afrika über den Mittleren Osten umzulenken", zitierte die "Süddeutsche Zeitung" aus einem Sachstandbericht des Bundesverkehrsministeriums. Dadurch seien "wesentliche Verkehrsinteressen deutscher Luftfahrtunternehmen in ihren eigenen Direktverkehren zu diesen Zielgebieten wie auch der deutschen Hubflughäfen deutlich betroffen".

Hintergrund ist demnach der Antrag der staatlichen Fluggesellschaft Emirates aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), neben Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg künftig auch Berlin und Stuttgart anzufliegen. Der Wunsch der Fluggesellschaft ist schon länger bekannt, stieß jedoch innerhalb der Regierung bislang auf wenig Resonanz. Brisanz gewinnt der Fall durch die in den letzten Wochen aufgeflammte Grundsatzdiskussion, ob sich Deutschland stärker gegen staatliche Investmentfonds und Unternehmen aus China, Russland und den Golfanrainern schützen sollte.

Der stellvertretende Vorsitzende im Verkehrsausschusses, Peter Hettlich (Grüne), kritisierte gegenüber der "Süddeutschen Zeitung", wenn die große Koalition Wettbewerb proklamiere, müsse sie auch die entsprechenden Märkte öffnen. "Diese Abwehrhaltung der Bundesregierung ist eine Schutzmaßnahme für eine Lufthansa, die längst nicht mehr dem Bund gehört", sagte er. Auch der FDP-Verkehrsexperte Patrick Döring kritisierte die Haltung der Bundesregierung. (mit AFP)

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