Wettbewerb "Land der Ideen" : Berlin macht erfinderisch

Kein anderes Land ist beim Wettbewerb „Land der Ideen“ so erfolgreich wie Berlin.

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Berlin - Mit 18 von insgesamt 100 Preisträgern ist Berlin Spitzenreiter beim diesjährigen Wettbewerb "Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen" – noch vor Nordrhein-Westfalen mit 14 Auszeichnungen sowie Bayern und Baden-Württemberg mit jeweils elf Preisträgern. Das teilten die Initiatoren des Wettbewerbs, die Standortinitiative "Deutschland - Land der Ideen" und die Deutschen Bank, am Dienstag mit.

Innovative Projekte der Nachbarschaftshilfe

„NachbarSchafftInnovation – Gemeinschaft als Erfolgsmodell“ war das Motto in diesem Jahr, das angesichts der Diskussion um die Äußerungen von AfD-Vize Alexander Gauland über Fußballer Jérôme Boateng noch einmal besondere Aktualität gewinnt.

Mehr als 1000 Teilnehmer

Die Teilnehmer des Wettbewerbs sollten Projekte einreichen, die zeigen, wie gemeinschaftliches Handeln innovative Lösungen für Herausforderungen von morgen bieten können. „Die Preisträgerprojekte reichen von unterschiedlichen Angeboten zur Integration von Flüchtlingen über Unternehmensnetzwerke zur Standortstärkung bis hin zu kreativen Ideen im Bereich der Bürgerbeteiligung“, heißt es in der Begründung der 17-köpfigen Jury, die die Gewinner unter 1000 Bewerbern auswählte.

Zu den 18 Gewinnern aus Berlin gehört beispielsweise Proboneo, ein Netzwerk für soziale Projekte. Die Vermittlungsplattform hilft Fach- und Führungskräften sowie Betrieben dabei, gemeinnützige Organisationen in ihrer Nähe zu finden. Ehrenamtliches Engagement für die eigene Gemeinde oder Stadt gehöre in den meisten Firmen zum guten Ton. Doch oft falle es Unternehmen schwer, flexible und passgenaue Projekte aufzuspüren, die sie mit ihrem Wissen und ihrer Arbeitskraft kostenlos unterstützen. Proboneo stärke „sozial Engagierten vor Ort den Rücken und den Zusammenhalt in den Kommunen“, lobte die Jury die Initiative.

Ein weiterer Gewinner ist die Bildungsplattform The DO School, die jungen Sozialunternehmern aus aller Welt dabei hilft, ihre Ideen zu realisieren. „Komplexe Probleme lassen sich oft nur gemeinsam lösen. Deshalb vernetzt die Plattform junge Talente mit Leistungsträgern“, erklärte die Jury. Mit Unternehmen oder Regierungsorganisationen habe The Do School starke Partner ins Boot geholt.

Auch das Projekt Migration Hub wurde ausgezeichnet

Ausgezeichnet wurde auch das Migration Hub, ein Coworking-Space für Flüchtlingshelfer. Die Flüchtlingswelle habe immense Hilfsbereitschaft ausgelöst, die meisten lokalen Initiativen würden jedoch isoliert voneinander arbeiten. „In den Räumen des Berliner Migration Hubs erhalten daher Projekte aus dem Bereich Zuwanderung und Flüchtlingshilfe Arbeitsplätze unter einem Dach. Das bündelt Ressourcen und sorgt für Synergieeffekte“, hob die Jury hervor. Gleichzeitig erleichtere der Hub als zentraler Anlaufpunkt Geflüchteten den Zugang zu weiteren Hilfsangeboten.

Ebenfalls zu den Preisträgern aus der Hauptstadt gehört DoMeAFavour, ein Online-Netzwerk für Nachbarschaftshilfe. Die App ermögliche es, sich Hilfe in der Nachbarschaft zu organisieren, „und zwar unkompliziert und kostenlos“, erklärte die Jury. Seit dem Start der Initiative 2006 wurden mehr als 2800 Projekte prämiert.

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