Wirtschaft : Wettbewerb: "Wir nehmen auch Peseta" - Wie Apollo-Optik Kunden lockt

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Mit Sonderaktionen unterschiedlicher Art hat der deutsche Einzelhandel der Kundschaft die Währungsumstellung schmackhaft machen wollen. Doch nicht alles was dem Verbaucher nützt, ist hier zu Lande auch rechtlich einwandfrei. So beschäftigt die Rabattaktion von C & A für bargeldloses Zahlen vom Jahresanfang jetzt die Juristen. Denn befristete Aktionen dieser Art sind in Deutschland mit dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb unvereinbar. Unangefochten hingegen ist die Aktion von Apollo-Optik. Das Unternehmen, das früher zu Quelle und seit 1998 zum niederländischen Einzelhandelskonzern Pearl gehört, startete im vergangenen August mit dem ADAC eine Werbeaktion für die Bezahlung mit ausländischem Münzgeld. Demnach gilt: Wer bei Apollo einkauft, kann das auch mit ausländischen Münzen - und zwar in unbegrenzter Höhe. Allerdings wird der Kundschaft eine Aufwandspauschale von 20 Prozent abgezogen. Den Rest kann man sich dann bei einem Kauf anrechnen lassen oder erhält dafür einen entsprechenden Firmen-Gutschein. Zwar ist auch diese Aktion - bis Ende Februar - zeitlich befristet, doch als befristete Sonderveranstaltung, die per se nicht mit deutschem Wettbewerbsrecht unvereinbar wäre, gilt sie nicht. Hans-Frieder Schönheit, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Zentrale zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs, hat keine Bedenken: "Die Aktion ist langfristig angelegt, und die Produkte werden nicht billiger verkauft." Und weil Apollo außerdem kein Geld umtauscht, braucht das Unternehmen weder eine Gewerbeerlaubnis für eine Wechselstube oder gar eine Banklizenz. Mit welchen Aktionen man noch rechnen darf? Hubertus Pellengahr vom Einzelhandelsverband weiß von Textilhäusern, die im Februar dafür werben wollen, die letzen Märker und Pfennige auszugeben. Auch dagegen hätte die Wettbewerbszentrale übrigens nichts einzuwenden.

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