Wettrennen um Schering-Aktien : Bayer bietet Merck Paroli

Der Pharmakonzern Bayer hält an seinem Ziel fest, die Dreiviertelmehrheit bei Schering zu erreichen - und schließt dafür auch teure Zukäufe nicht aus. Konkurrent Merck hat seine Beteiligung auf 20,7 Prozent erhöht.

Leverkusen - Im Kampf um die Übernahme des Berliner Pharmaunternehmens Schering schließt Bayer ein höheres Angebot nicht aus. Bayer erwäge, weiterhin Schering-Aktien an der Börse oder über andere Wege außerhalb des laufenden Übernahmeangebots zu kaufen, teilte der Leverkusener Pharmariese am Dienstag mit. Sollten dabei mehr als die bislang offiziell gebotenen 86 Euro pro Aktie gezahlt werden, würde gemäß deutschem Recht der höchste gezahlte Preis auch für alle anderen Aktien gelten, die Bayer im Rahmen des Übernahmeverfahrens angeboten werden, hieß es weiter.

Bayer bekräftigte zugleich, an seinem Ziel festzuhalten, mindestens 75 Prozent der Schering-Aktien zu übernehmen. Die Frist zur Annahme des Übernahmeangebots laufe am Mittwoch um Mitternacht ab, hieß es weiter. Zuvor war über eine mögliche erneute Verlängerung des Angebots spekuliert worden.

Kurz zuvor war bekannt geworden, dass Konkurrent Merck seine Beteiligung an Schering weiter erhöht hatte. Merck verfüge nun über 20,7 Prozent der Anteile, hieß es in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC vom Montag (Ortszeit). Damit hat Merck die Blockademinderheit von 25 Prozent fast erreicht, die die geplante Übernahme von Schering durch Bayer zu Fall bringen könnte. Bayer verfügt derzeit nach eigenen Angaben über gut 60 Prozent des Schering-Kapitals.

Neue Aussagen von Bayer am Dienstag zeigten, "dass das Wettrennen um die letzten, freien Stücke von Schering voll entbrannt ist", sagte ein Händler an der Frankfurter Börse. Jetzt stelle sich die Frage, ob Bayer damit nicht sein komplettes Angebot ändern muss. Immerhin habe Bayer die Annahmefrist bereits einmal verlängert und den Preis festgeschrieben. Auf jeden Fall werde der Markt nun darauf setzen, dass Bayer das Angebot erhöhe. Der Schering-Preis könne weiter anziehen. Am Morgen standen die Papiere des Berliner Unternehmens als einziger Wert im DAX im Plus. Bayer und die im Nebenwerteindex MDAX gelisteten Merck-Aktien gaben dagegen deutlich nach. (tso/AFP/ddp)

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