Wirtschaft : WGZ-Bank setzt auf DaimlerChrysler

Frankfurt (Main) (sei/HB/ADN). Die Automobilkonjunktur läuft wie geschmiert. In diesem Jahr werden nach Angaben der WGZ-Bank in Westeuropa zwischen zwei und drei Prozent mehr Neuwagen zugelassen als im vergangenen Jahr. Damit würden die Erwartungen von Jahresanfang deutlich übertroffen. Das robuste Wachstum, die niedrigen Zinsen und die Modelloffensive vieler Hersteller machten den Autokauf immer noch attraktiv. Zudem hätten die Unternehmen mit einer ganzen Reihe von Kaufanreizen Kunden gelockt - etwa Sonderausstattung ohne Aufpreis, Tageszulassungen, überhöhte Inzahlungnahme von Gebrauchtwagen.

Trotz der guten Absatzzahlen verweisen die Experten der WGZ-Bank auf die Halbjahreszahlen der führenden Hersteller. Die Zahlen hätten bereits den sich verschärfenden Preisdruck angedeutet. Daher werde die Automobilbranche unverändert "neutral" eingestuft. Favorit unter den Auto-Werten ist für die Analysten DaimlerChrysler (Wertpapierkennnummer 710000). Die Aktie sei mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der 2000er Zahlen von elf immer noch unterbewertet - obwohl sie gegenüber ihren Tiefstkursen schon rund zehn Prozent zugelegt habe. Dagegen sei die BMW-Aktie (WKN 519000) mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 23,6 fast zu teuer. Der Kurs enthalte bereits erhebliche Vorschusslorbeeren für einen gelungenen turn-around bei Rover im Jahr 2002. Den Volkswagen-Aktien (WKN766400) trauen die Analysten einen durchschnittlichen Kursverlauf zu. Noch gebe es ein erhebliches Restrukturierungspotenzial. Auf europäischer Ebene sei Renault (WKN 893113) eine Überlegung wert. Neben den guten Geschäftszahlen wachse der Optimismus, die Franzosen könnten ihrem angeschlagenen Partner Nissan wieder auf die Beine helfen.

Auch der Verband der Automobilindustrie zeigte sich am Mittwoch zuversichtlich. Der zu erwartende Pkw-Exportboom werde das Geschäft der deutschen Autoindustrie weiter antreiben. Die Ausfuhr von Pkw und Kombi wuchs in den ersten neun Monaten 1999 um acht Prozent auf 2,499 Millionen Wagen. Zugleich nahmen die Auslandsorders gegenüber dem Vorjahreszeitraum um elf Prozent zu. Auch im Inland legten die Pkw-Bestellungen um ein Prozent leicht zu. Die gesamten deutschen Autoexporte wuchsen um sieben Prozent auf 2,674 Millionen Fahrzeuge.

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