WIE DER STAAT HELFEN WILL : Fünf Euro im Monat

DIE MODELLE

Private Pflegezusatzversicherungen gibt es schon heute. Zwei Modelle sind verbreitet: die Pflegekostenversicherung, bei denen die Versicherer die tatsächlich anfallenden Kosten gegen Rechnung (bis zu einem Höchstbetrag) zahlen, und die Pflegetagegeldversicherung. Bei diesen vereinbart man eine bestimmte Geldsumme pro Tag, die fällig wird, wenn man pflegebedürftig ist. Üblich sind Staffelungen: Den vollen Tagessatz gibt es für Pflegestufe 3. Wer nur Pflegestufe 2 oder 1 hat, bekommt weniger – etwa 60 Prozent des Tagessatzes für Stufe 2 und 30 Prozent für Stufe 1.

DER ZUSCHUSS

Nach den Plänen der Bundesregierung sollen Pflegetagegeldversicherungen ab 2013 mit fünf Euro im Monat gefördert werden. Das gilt sowohl für gesetzlich als auch privat Versicherte. Die Versicherer dürfen bei den Förderpolicen keinen Bewerber ablehnen, die sonst übliche Gesundheitsprüfung entfällt. Die Förderung ist einkommensunabhängig und nur daran geknüpft, dass man mindestens zehn Euro im Monat einzahlt. Das soll auch Beziehern kleiner Einkommen erlauben vorzusorgen.

DIE ANGEBOTE

Doch mit zehn Euro kommt man nicht weit. Das hat der Bund der Versicherten in Berechnungen für den Tagesspiegel gezeigt. Eine Frau, die mit 30 Jahren eine Pflegetagegeldversicherung über 50 Euro am Tag abschließen will, muss schon heute beim billigsten Versicherer 19 Euro im Monat zahlen. Wer erst mit 40 Jahren einsteigt, muss selbst beim günstigsten Angebot mit knapp 35 Euro im Monat rechnen. Es gibt jedoch auch Tarife, die monatlich 85 Euro kosten.

Männer haben es besser, sie zahlen weniger. Wer mit 30 beginnt, kann für elf Euro im Monat eine Versicherung über 50 Euro/Tag bekommen. Bei einem Einstieg mit 40 reichen aber auch bei Männern zehn Euro nicht mehr – sie müssen dann mit dem Doppelten rechnen.hej

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