Wirtschaft : WIE ENTWICKELT SICH DER BAHNKONZERN?

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Chancen: Für die Bahn wäre es die einfachste Lösung, wenn sie das Netz behält. Deshalb ist Bahnchef Hartmut Mehdorn so heftig dafür – nicht nur, weil er den Einstieg eines Investors dann noch am voraussichtlichen Ende seiner Amtszeit erleben kann. Die Bahn bräuchte ihre Bilanzen nicht zu ändern, sondern könnte sich voll darauf konzentrieren zu expandieren. Mit der Liberalisierung des Schienengüterverkehrs in Europa ab Januar 2007 werden sich viele Gelegenheiten bieten. Außerdem hofft der Konzern, die Eigentümerschaft am Netz könnte als Versicherung gegen eine spätere Zerschlagung durch die Politik dienen.

Risiken: Die Bahn macht heute nur noch etwas mehr als die Hälfte ihres Umsatzes mit dem Personen- oder Güterverkehr auf der Schiene, weil die Logistiksparte ausgebaut wurde. Behält die Bahn die Eisenbahninfrastruktur, ist festgeschrieben, dass sich der Konzern weiter stark an die Schiene bindet – auch bei seinen Investitionen –, obwohl es vielleicht lukrativere Geschäfte gäbe. Außerdem dürfte die Politik versuchen, weiterhin deutlich Einfluss auf die Geschäftspolitik zu nehmen. Größere Teile des Schienengüterverkehrs würden heute wohl nicht mehr abgewickelt, wenn die Bahn rein betriebswirtschaftlich arbeiten würde. hop

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