Wirtschaft : WIE ENTWICKELT SICH DER BAHNKONZERN?

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Chancen: Auch im Eigentumsmodell hat die Bahn die faktische Kontrolle über das Netz. Zudem wird sie die Schulden los, die sie in den vergangenen Jahren in Verbindung mit Investitionen in die Gleise angehäuft hat – das sind immerhin 15 Milliarden Euro, die dann der Bund tragen muss. Damit bekäme sie einen größeren Spielraum, sich am Kapitalmarkt frisches Geld für die Expansion zu besorgen. Außerdem gäbe es keinen Ärger mit den Gewerkschaften – Transnet-Chef Norbert Hansen hat mit Streiks der 229 000 Beschäftigten für den Fall gedroht, dass das Netz abgespalten wird. Er fürchtet den Verlust von 60 000 Dienstleistungsjobs.

Risiken: Ohne das wertvolle Schienennetz hätte es die Bahn schwerer, einen privaten Investor zu finden. Denn dann würde die Politik weiterhin direkt darüber bestimmen, wohin die Mittel für den Schienenausbau fließen. Anderenfalls könnte ein Privater dafür sorgen, dass Mittel statt in den Schienenverkehr in die lukrativere Logistik gesteckt werden. Denn die Bahnbranche gilt als renditeschwach, und sie steht in hartem Wettbewerb zu Lkw, Auto und Flugzeug. Zudem verliert die Bahn laufend Marktanteile – in der wichtigen Sparte Regionalverkehr gewinnt sie nur noch jede dritte Ausschreibung. brö

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