WIE ES WEITERGEHT : Insolvenzverwalter aus Bayern

Die Drogeriemarktkette

Schlecker will am heutigen Montag oder am Dienstag Insolvenz anmelden. Wie das „Handelsblatt“ erfuhr, drängten bereits mehrere große Gläubiger auf die Ernennung des Frankfurter Rechtsanwalts Ottmar Hermann zum Insolvenzverwalter. Der 60-Jährige hatte zuletzt die Warenhauskette Woolworth erfolgreich aus der Insolvenz geführt, indem er unprofitable Filialen schloss und das verschlankte Unternehmen an die Eigentümer von Kik und Tengelmann verkaufte. Die Chancen für Hermann scheinen aber eher gering zu sein. Die Ulmer Amtsrichter, so wurde den Gläubigern mitgeteilt, bevorzugen einen Insolvenzverwalter aus Bayern. In Finanzkreisen wird erwartet, dass der Kaufmann Werner Schneider aus Neu-Ulm zum Zuge kommt. Er ist zwar gerade beim Druckmaschinenhersteller Manroland im Einsatz, hat aber viel Erfahrung mit großen Insolvenzverfahren. Bei der Drogeriekette ist offenbar, so heißt es in Bankenkreisen, Ende vergangener Woche ein Kredit über 150 Millionen Euro geplatzt. Schlecker benötigte und wollte all die Jahre kein Geld von den Banken. Das rächt sich nun. Nahe an der Insolvenz will und darf keine Bank mehr Kredit geben. „Schlecker ist zu optimistisch an die Sache rangegangen“, sagt Thomas Roeb, Handelsprofessor an der Hochschule Bonn- Rhein-Sieg. „Die Familie hätte viel früher auf Geldgeber zugehen müssen.“ HB

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