Wirtschaft : Wie man den Urlaub vorbereitet

Tobias Schormann (dpa)

Nur noch zehn Tage, dann geht es in den Urlaub. Die Vorfreude sollte aber nicht vergessen machen, welche Arbeiten unbedingt noch erledigt werden müssen vor der Abreise. Das kann einem die Freude auf den Urlaub ganz schön vermiesen – wenn noch so viel zu tun ist, dass die letzten Tage in Stress auszuarten drohen. Damit das nicht passiert, müssen Beschäftigte ihre Urlaubszeit im Büro gut organisieren. Ein typischer Fehler ist es, zu spät mit der Urlaubsvorbereitung anzufangen. „Wenn man das erst auf den letzten Drücker macht, ist der Stress natürlich umso größer“, warnt die Organisationsberaterin Siglinde Sonnenholzer aus München.

   „Wenn jemand am Freitag noch bis 23 Uhr im Büro sitzt und dann mit Vollstress in den Urlaub geht, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er in der ersten Woche krank wird“, sagt Dirk Windemuth, Professor am Institut für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung in Dresden.

   Die Arbeitsmedizinerin Ulrike Roth vom TÜV Rheinland in Darmstadt erklärt, warum das so ist: „Das ist ein typisches Phänomen, wenn auf eine hohe Belastung eine Entlastung folgt. Das Immunsystem gibt dann zunächst alles, und danach lässt die Abwehrkraft nach.“ Sie rät daher, sich auf jeden Fall genug Zeit vor dem Urlaub freizuhalten.

   Zur Übergabe gehört es auch, Urlaubsvertreter zu benennen, ergänzt Sonnenholzer. Ist jemand für unterschiedliche Bereiche zuständig, können auch mehrere Kollegen diese Rolle übernehmen. Das muss in jedem Fall vorher mit ihnen abgesprochen werden. Als nächstes sollte sichergestellt werden, dass Post, E-Mails und Telefonanrufe weitergeleitet werden, „damit nichts verloren geht“, sagt Sonnenholzer. In ihrem E-Mail-Postfach richten Mitarbeiter zusätzlich am besten eine automatische Abwesenheitsnotiz ein.

   Entdecken Mitarbeiter am letzten Tag noch etwas Unerledigtes, dann sollten sie die ihre Arbeit tunlichst nicht mit in den Urlaub nehmen. Denn das ist Gift für die Erholung und Entspannung.  Ein Anruf vom Chef im Urlaub ist Windemuth zufolge auch keine Auszeichnung dafür, wie wichtig man im Job ist: „Wer unverzichtbar ist, hat Managementfehler gemacht.“Tobias Schormann (dpa)

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