Wirtschaft : Wie man Job und Pflege vereinbart

Schon jetzt gibt es nach Angaben des Bundesfamilienministeriums in Deutschland 2,25 Millionen Menschen, die berufstätig sind und einen Angehörigen pflegen. Und wegen des demografischen Wandels werden es in Zukunft noch mehr: 2007 gab es 2,2 Millionen Menschen, die pflegebedürftig waren. 2030 sollen es schon 3,4 Millionen sein.

„Eine Doppelbelastung aus Pflege und Beruf bedeutet für die Betroffenen sehr viel Stress“, sagt Imke Wolf. Die Psychologin betreut das Online-Portal für Angehörige pflegen-und-leben.de, das vom Bundesfamilienministerium gefördert wird. Zudem kommt die Doppelbelastung oft plötzlich. Sie empfiehlt deshalb allen Familien, den Umgang mit dem Thema Pflege zu diskutieren, bevor es soweit ist.

Tritt die Situation ein und Berufstätige entscheiden sich, die Pflege für ihre Eltern zumindest teilweise zu übernehmen, sollten sie ihren Arbeitgeber informieren. Denn der Unmut beim Chef und den Kollegen wächst schnell, wenn ein Mitarbeiter nicht funktioniert wie sonst – und keiner weiß, warum. Jeder hat bei einer akut auftretenden Pflegesituation das Recht auf zehn freie Tage. Mitarbeiter in Firmen mit mehr als 15 Angestellten können eine Pflegeauszeit von bis zu sechs Monaten nehmen. dpa

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