Wirtschaft : Wie man seine Steuern selbst erklärt Mit PC-Programmen kommen auch Laien gut über die Runden

Markus Kahr

Jedes Jahr dieselbe Frage: Soll ich meine Steuererklärung selber machen oder brauche ich einen Experten? Die Antwort: Das hängt vom Einzelfall ab.

Einen Steuerberater einzuschalten, ist immer dann sinnvoll, wenn der Steuerfall sehr komplex ist. Dann rechtfertigen sich auch die teilweise recht happigen Gebühren. Diese ergeben sich aus der Steuerberatergebührenverordnung. Dort sind drei verschiedene Gebühren vorgesehen: eine Wertgebühr, eine Zeitgebühr und eine Betragsgebühr. Die Zeitgebühr wird je angefangenen 30 Minuten berechnet und beträgt zwischen 19 und 46 Euro. In der Praxis kommt aber meist die Wertgebühr zum Einsatz. Sie bemisst sich nach den Gegenstandswerten. Das heißt: Wer ein höheres Einkommen erzielt, zahlt mehr. Ist der Gegenstandswert ermittelt, bestimmt der Berater seinen eigenen Gebührensatz. Dieser liegt bei Einkommensteuererklärungen zwischen 1/10 und 6/10 der vollen Gebühr. Wer einen Berater mit der Einkommensteuererklärung beauftragt, die keinerlei Besonderheiten enthält, kann sich bei einem Bruttoarbeitslohn von 35 000 Euro auf eine Honorarforderung zwischen 83 Euro und 498 Euro plus Umsatzsteuer einstellen. Üblicherweise berechnen die Berater zwischen 1 und 3/10 der Gebühr. Fragen Sie auf jeden Fall vorher nach den jeweiligen Gebührensätzen.

Billiger als Steuerberater

Billiger sind Lohnsteuerhilfevereine. Aber sie dürfen nur eingeschränkt tätig werden. Arbeitnehmer, die zusätzlich über Mieteinkünfte, Kapitalerträge oder Spekulationsgewinne verfügen, dürfen von Lohnsteuerhilfevereinen nur dann betreut werden, wenn die Einkünfte aus diesen drei Bereichen insgesamt 9000 Euro bei Ledigen oder 18 000 Euro bei Verheirateten nicht übersteigen. Die Kosten für die Mitgliedschaft in einem Lohnsteuerhilfeverein richten sich nach dem Einkommen und betragen zwischen 51 Euro und 230 Euro im Jahr; hinzu kommt meist noch eine einmalige Aufnahmegebühr. Lohnsteuerhilfevereine eignen sich für einfache bis mittelschwere Steuerfälle. Muss man umfangreiche Werbungskosten wie Dienstreisen, Umzugs- oder Bewerbungskosten erfassen, ist der Lohnsteuerhilfeverein in der Regel günstiger als der Steuerberater.

Wer sich selber an die Erklärung wagt, kann auf Steuerberechnungsprogramme zurückgreifen. Diese arbeiten so gut, dass man sich bei nicht zu schwierigen Fällen fremde Hilfe sparen kann. Die gängigsten Produkte haben alle eines gemeinsam: Mit ihnen kann die Einkommensteuererklärung so erstellt werden, dass der Anwender sie direkt im Finanzamt abgeben kann. Aber bevor der Käufer beginnt, sollte er zunächst aus dem Internet ein aktuelles Update herunterladen. Im Kampf um die besten Regalplätze erscheinen die Programme immer früher am Markt und sind oftmals nicht richtig ausgetestet.

Die Stiftung Warentest hat jetzt acht Programme untersucht (Finanztest 2/2003). Ihr Fazit: Wer umfangreiche Sachverhalte angeben muss, ist mit dem Testsieger „Steuer-Spar-Erklärung 2003“ der Akademischen Arbeitsgemeinschaft für 35 Euro am besten bedient. Steuerzahler, die weniger Unterstützung brauchen, sollten zu den preiswerteren Programmen „tax 2003“ von Buhl data und „Quicksteuer 2003“ von Lexware greifen (15 Euro). Für wenige Euro gibt es im Handel aber auch abgespeckte Versionen. So sei „Steuer 2002“ von Aldi eine reduzierte Form von „Taxman 2003“, das im Test ein „Gut“ geschafft hatte.

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