Wirtschaft : Wie profitieren Anleger von der Börsenfusion?

bfr/ADN

Private Anleger werden auch nach der Fusion ihre Aktien wie gewohnt kaufen oder verkaufen; am Prozedere ändert sich für sie nichts. Vorteile bringt die höhere Liquidität: Wenn zum Beispiel eine Aktie an einer großen statt an mehreren kleineren Börsen gehandelt wird, wird der Umsatz in diesem Wert gebündelt und damit vergrößert sich die Chance für den Anleger, eine Kauf- oder Verkaufsorder binnen kurzer Zeit ausgeführt zu bekommen. Zudem fallen fixe Kosten z.B. für das Abwicklungssystem, die vorher jeweils an den einzelnen Börsen separat anfielen, nur noch einmal an. Insgesamt sinken also - gemessen am Umsatz - die Kosten. Im Zuge des anhaltenden Wettbewerbs unter den Börsen weltweit - auch angesichts der zunehmenden Konkurrenz privater Elektronik- bzw. Internet-Börsen - wird die Börse diese Ersparnis wohl auch weitergeben; allerdings werden davon institutionelle Anleger deutlich stärker profitieren als Kleinanleger. Dazu kommt der leichtere Zugang zu ausländischen Aktien, wenn mehr und mehr internationale Werte an einer Börse gehandelt werden. Der Schutzverband der Kleinaktionäre (SdK) erklärte, die Fusion könne sich auch positiv auf die Aufsichtsregeln am deutschen Aktienmarkt auswirken. Nach der angekündigten Einbeziehung der Nasdaq in den Zusammenschluss rechne der SdK damit, dass künftig auch hier zu Lande die strengeren angelsächsischen Bestimmungen zur Offenheitspflicht eingeführt werden. Ein wichtiges Ergebnis der bisherigen Verhandlungen sei, dass die Dax-Werte auch künftig in Euro und nicht in Pfund notiert werden sollen. Hingegen bleibe weiter die Frage offen, was an der fusionierten Börse mit den kleineren Werten geschehe. Die Befürchtung, dass diese künftig völlig vernachlässigt würden, sei bisher nicht ausgeräumt worden.

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