Wirtschaft : Wieder Tarifkonflikt bei der Bahn

Bahn kündigt Angebot für Lokführer an.

Frankfurt am Main - Die Deutsche Bahn will zum Auftakt der Tarifrunde über einen Flächentarifvertrag für rund 21 500 Lokomotivführer am Mittwoch ein Angebot vorlegen. Das kündigte Personalvorstand Ulrich Weber am Montag an. Wie hoch das Angebot ausfallen werde, sagte er nicht. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte Ende Mai eine Forderung von sieben Prozent Entgelterhöhung bei einjähriger Laufzeit des Tarifvertrages vorgelegt.

Weber fügte hinzu, er hoffe, dass die Verhandlungen friedlich und zügig vonstattengingen. Tarifverträge und Friedenspflicht sind zum 30. Juni ausgelaufen. Er werde vorher keine Zahl nennen, damit das Angebot nicht in der Öffentlichkeit zerredet werde, sagte Weber. Auch die GDL will die Tarifrunde nach eigenen Angaben zügig abschließen. „Wenn sich die Deutsche Bahn aber selbst bei dem ersten Angebot schon ziert, ist das kein gutes Zeichen“, erklärte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky. Angesichts der hervorragenden wirtschaftlichen Ergebnisse der Eisenbahnverkehrsunternehmen sei eine Entgelterhöhung von sieben Prozent eine angemessene Forderung, hatte Weselsky bereits im Mai gesagt.

Die jüngsten Tarifrunden verliefen weder zügig noch friedlich: Fast ein Jahr dauerte der Kampf in 2007 und 2008, Warnstreiks, Gerichtstermine und eine vergebliche Schlichtung inklusive. Damals erzwang die GDL einen Lokführer-Tarifvertrag, elf Prozent mehr Geld und eine Verkürzung der Arbeitszeit. 2010 und 2011 hatten sich GDL und Bahn eine neunmonatige Tarifschlacht geliefert. dapd/dpa

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