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Wiederverwertung : Kartellamt warnt vor Monopol bei neuer Wertstofftonne

04.12.2012 00:00 Uhrvon
Hauptsache bunt. Neben gelben Tonnen für Leichtverpackungen gibt es zum Beispiel in Berlin schon orange Tonnen für andere Wertstoffe. Foto: dpaBild vergrößern
Hauptsache bunt. Neben gelben Tonnen für Leichtverpackungen gibt es zum Beispiel in Berlin schon orange Tonnen für andere Wertstoffe. - Foto: dpa

Gelbe Tonne, Grüner Punkt - vor rund acht Jahren öffnete sich der Recycling-Markt für private Betreiber. Eine Milliarde Euro jährlich sparen Verbraucher damit, hat das Kartellamt ermittelt.

Berlin - Vier Pfennig. So viel kostete die Verbraucher in den späten 90ern die Entsorgung einer Milchtüte durch das Duale System Deutschland (DSD), besser bekannt als Grüner Punkt. Heute ist es noch ein Cent, der dafür in den Endpreis einfließt. Mit dieser Milchmädchenrechnung verdeutlichte Kartellamtspräsident Andreas Mundt am Montag in Berlin die positiven Folgen des liberalisierten Müllmarkts. Lag der Umsatz der dualen Systeme, mit denen in Deutschland Leichtverpackungen in gelben Tonnen, Altglas und Altpapier gesammelt und entsorgt werden, zur Jahrtausendwende noch bei zwei Milliarden Euro, sind es seit 2008 jährlich rund eine Milliarde Euro – für eine vierköpfige Familie 50 Euro weniger im Jahr.

Dazwischen lag die Öffnung des Monopolmarktes für private Entsorger vor rund acht Jahren.

Die Einsparungen zeigen laut Kartellamt: „Umweltschutz und Wettbewerb schließen sich nicht aus“, sagte Mundt. Inzwischen haben neun Entsorger die dualen Systeme unter sich aufgeteilt. Auch der Berliner Recycling-Konzern Alba ist unter anderem über seine Sparte Interseroh im Geschäft. Mundt nutzte den vorgestellten Bericht für einen Angriff auf die Bundespolitik. Umweltminister Peter Altmaier (CDU) bemüht sich zwar um eine bundesweite Lösung für die sogenannte Wertstofftonne, mit der besonders teure Rohstoffe gesammelt und anschließend recycelt werden könnten. Das entsprechende Kreislaufwirtschaftsgesetz hängt jedoch im Bundesrat. Aus der Geschichte der dualen Systeme „können wir etwas lernen für die Einführung der Wertstofftonne“, sagte Mundt. Er beobachte einen Trend zur Rekommunalisierung von Dienstleistungen. Mit Blick auf den Markt und damit auf den Preis, den Verbraucher zahlen müssten, sei das eine „fatale Entwicklung“. Sie könnten nur davor warnen, zu DSD-Zeiten zurückzukehren.

In Berlin experimentieren Alba und die landeseigene BSR bereits mit Wertstofftonnen. Ab 2013 soll ein einheitliches Modell die Konkurrenz von Gelber Tonne Plus (Alba) und Orange Box (BSR) beenden. Sie wird gratis aufgestellt – „zur Steigerung der Akzeptanz“, wie es bei der BSR heißt. Simon Frost

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