Wilder Streik : Opel-Beschäftigte legen spontan die Arbeit nieder

Rund 140 Opelaner in Bochum sind nach einer Betriebsversammlung nicht an die Bänder zurückgekehrt. Das Unternehmen, das das Werk kommendes Jahr schließen will, spricht von einer "illegalen Arbeitsniederlegung".

Haben noch nicht aufgegeben - am Standort Bochum kämpfen Opel-Beschäftigte nach wie vor für den Erhalt.
Haben noch nicht aufgegeben - am Standort Bochum kämpfen Opel-Beschäftigte nach wie vor für den Erhalt.Foto: dpa

Bei Opel ist ein Teil der Belegschaft im Werk Bochum in der Nacht auf Dienstag in einen wilden Streik getreten. Nach einer Belegschaftsversammlung an dem Standort im Ruhrgebiet, die bis in die tiefe Nacht dauerte, hätten sich bis zur Frühschicht um 7 Uhr rund 140 Beschäftigte an einer „illegalen Arbeitsniederlegung“ beteiligt, sagte ein Opel-Sprecher am Dienstag. Er bestätigte damit einen Bericht der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“.

Nach der Belegschaftsversammlung hätten „einige Mitarbeiter“ ihre Kollegen aufgerufen, nicht an die Bänder zu gehen. Diesem Aufruf seien rund 140 Beschäftigte gefolgt. Insgesamt arbeiten bei Opel in Bochum in der Nachtschicht nach Unternehmensangaben zwischen 800 und 1000 Beschäftigte. Wie der Opel-Sprecher sagte, habe es als Folge der Arbeitsniederlegung in der Nacht auf Dienstag nur eine „eingeschränkte Produktion“ gegeben.

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05.12.2014 11:10Düstere Aussichten: In Bochum ist der letzte Opel vom Band gelaufen.

Mit der Frühschicht ab 7 Uhr aber sei die Fertigung wieder normal gelaufen. Ob disziplinarische Schritte gegen die am Streik beteiligten Mitarbeiter eingeleitet würden, sei „noch nicht entschieden“. Die Belegschaftsversammlung, bei der es um die geplante Schließung des Standorts ging, hatte nach Betriebsratsangaben am Montag um 8 Uhr am Morgen begonnen und bis Dienstag um 1 Uhr gedauert.

51 Redner hätten sich zu Wort gemeldet. Es sei die „längste Belegschaftsversammlung in der Geschichte von Opel“ gewesen, erklärte der Betriebsrat. Opel will das Werk Ende 2014 schließen.

Der Bochumer Betriebsrat-Chef, Rainer Einenkel, der laut „WAZ“ nicht zu der Arbeitsniederlegung aufgerufen hatte, sprach in der Zeitung von einer „demokratischen Entscheidung“ der Mitarbeiter. Er selbst distanzierte sich von wilden Streiks: „Ich glaube, wir müssen den Weg der Verhandlungen gehen“, sagte der Betriebsrat-Chef. (AFP)

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