Wirtschaft : Will Putin China an Jukos beteiligen?

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Moskau Die ehemalige Jukos-Ölfördertochter Juganskneftegas soll in eine eigene russische Staatsfirma überführt werden. Das kündigte Energieminister Viktor Christenko am Donnerstag in Moskau an. 20 Prozent des Unternehmens könnten dann wiederum an den chinesischen Ölkonzern CNPC verkauft werden. Diese Option sei in früher unterzeichneten Abkommen mit CNPC bereits vorgesehen, sagte Christenko nach Angaben der Agentur Interfax. Russland könne sich seinerseits an Eigentum von CNPC beteiligen.

Die staatliche russische Ölfirma Rosneft hingegen, die Juganskneftegas gekauft hatte, werde im Januar 2005, wie geplant, an den halbstaatlichen Gaskonzern Gasprom übergeben – allerdings ohne den Jukos-Besitz. Noch zu Wochenbeginn galt als sicher, dass Rosneft seine Neuerwerbung in die geplante Ehe mit Gasprom einbringt. Die ehemalige Jukos-Tochter Juganskneftegas war am 19. Dezember an die Baikalfinanzgruppe zwangsversteigert worden. Diese wiederum wurde kurz nach der Auktion von Rosneft übernommen.

Unklar ist bisher, welchem russischen Staatskonzern Juganskneftegas zugeschlagen wird. Russische Analysten   gehen davon aus, dass wahrscheinlich eigens dazu eine neue Holding gegründet wird, in deren Aufsichtsrat der Vizechef des Präsidentenamtes, Igor Setschin den Vorsitz übernimmt. Setschin gehört zu den engsten Vertrauten Putins und steht bereits dem Aufsichtsrat von Rosneft vor. Gasprom und Rosneft wollten mit dieser Konstruktion offenbar drohenden Milliardenklagen entgehen. Denn in Zeitungsanzeigen hatte der mittlerweile fast komplett zerschlagene Jukos-Konzern alle Firmen gewarnt, sich an Juganskneftegas zu beteiligen. mit dpa

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