Windenergie : China macht mehr Wind als die USA

Die starke Aufwärtsbewegung der Windenergie in Deutschland hat erstmal ein Ende. Das verkündete der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau am Donnerstag. Auf dem globalen Markt dürfte China in diesem Jahr die USA als Weltmarktführer ablösen.

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Der Antrieb fehlt: Windradbauer müssen mit einem geringeren Wachstum rechnen. -Foto: dpa

BerlinBerlin - Das starke Wachstum der vergangenen Jahre hat für die deutschen Windradbauer 2009 ein Ende. Nach einem Rekordanstieg um 30 Prozent in 2008 werde es lediglich eine Seitwärtsbewegung geben, sagte Thorsten Herdan, Geschäftsführer der Sparte Power Systems beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Donnerstag. Angesichts der großen Einbußen im Maschinenbau sei die Null aber „eine ganz hervorragende Zahl“, betonte Herdan.

Im ersten Halbjahr 2009 sind in Deutschland 401 neue Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 800 Megawatt errichtet worden. Damit können etwa eine Million Haushalte mit Strom versorgt werden. Insgesamt sollen in diesem Jahr 2000 Megawatt installiert werden, im kommenden Jahr 2500. Das sei gerade im Hinblick auf das Erreichen der von der Bundesregierung gesteckten Klimaschutzziele bis 2020 wichtig, ergänzte Hermann Albers, Präsident des Bundesverbands Windenergie (BWE). Beim Bau von Windenergieanlagen sind die norddeutschen Länder – allen voran Niedersachsen mit 25 Prozent an der Gesamtleistung – Vorreiter, zu den Schlusslichtern gehören Baden-Württemberg, Bayern und Berlin. In der deutschen Windindustrie sind derzeit 90 000 Beschäftigte tätig. In ein bis zwei Jahren werden es laut BWE über 100 000 Menschen sein.

Auf dem globalen Markt dürfte China die USA 2009 als Weltmarktführer ablösen. Die USA hatten Deutschland erst 2008 von der Spitzenposition verdrängt. Die US-Windbranche werde allerdings um 30 Prozent einbrechen, weil man in der Finanzkrise keine Investoren fände, sagte Herdan. Die Chinesen hingegen übten sich in rigorosem Protektionismus und würden um 30 Prozent zulegen. 2010, so die Prognose Herdans, werden alle Märkte wieder anziehen. bho

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