Wirtschaft : Windkraft wächst stärker als erwartet

Bernd Hops

Berlin - Windenergie spielt eine immer größere Rolle in Deutschland. Die Investitionen in neue Anlagen waren größer als von der Branche selber erwartet. „2006 war ein überraschend gutes Jahr“, sagte Peter Ahmels, Präsident des Bundesverbands Windenergie (BWE), am Dienstag in Berlin. Laut einer Studie des Deutschen Windenergie-Instituts (DEWI) wurde mit einer insgesamt hierzulande installierten Leistung von rund 20622 Megawatt (MW) erstmals die Marke von 20000 MW geknackt. Das entspreche einem Plus von zwölf Prozent im Vergleich zu 2005. „Damit liegt Deutschland nach wie vor an der Weltspitze“, sagte Thorsten Herdan vom Maschinenbauerverband VDMA.

Die Anlagen werden außerdem immer größer und leistungsfähiger. Deshalb ist ihre Zahl rückläufig. 1208 Anlagen wurden im vergangenen Jahr neu aufgestellt, sagte Ahmels. Vor fünf Jahren seien es noch etwa doppelt so viele gewesen. 5,7 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland würden bereits durch die Windkraft abgedeckt. Mit den zum Jahresende installierten Anlagen seien sogar sieben Prozent möglich, schätzt das DEWI.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 2,9 Milliarden Euro in neue Windparks investiert, sagte BWE-Präsident Ahmels. Das entspreche einem Weltmarktanteil von 15 Prozent. Den größten Zuwachs gab es laut DEWI in Brandenburg (plus 509 MW) und Niedersachsen (378 MW). Mit weitem Abstand führt Niedersachsen allerdings noch die Rangliste an, wenn es um die insgesamt installierte Leistung geht. Mit 5283 MW hat das Land etwa 2150 MW mehr als das zweitplatzierte Land Brandenburg.

Nach und nach werden die ersten Generationen von Windkraftanlagen, die noch klein und relativ ineffizient waren, durch neue ersetzt. Dadurch sei der dreifache Energieertrag auf der gleichen Fläche möglich, schätzte Ahmels. „Es gibt noch große Potenziale.“ Außerdem gehe die Branche langsam den nächsten Schritt an: Windkraftanlagen auf offener See.

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