Wirtschaft : Windparks sind teuer für Versicherer

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Berlin Die hohe Schadensanfälligkeit von Windkraftanlagen macht der Versicherungswirtschaft zunehmend zu schaffen. So registrierte allein die Allianz im vergangenen Jahr 1000 Schadensfälle – bei insgesamt 2000 versicherten Windparks. „Vor allem an den Getrieben, aber auch an den Generatoren und Rotorblättern treten immer wieder Fehler auf“, sagte Dieter Steinmetz vom Allianzzentrum für Technik dem Tagesspiegel. Je Versicherungsfall beläuft sich die durchschnittliche Schadenssumme nach Angaben der Allianz auf 10000 Euro.

Steinmetz führt die hohe Anfälligkeit der Windräder auf die vergleichsweise junge Technik zurück. „Das sind Kinderkrankheiten“, sagte er. Vor allem die je nach Windstärke stark schwankende Beanspruchung der Anlagen schaffe Probleme. Höhere Versicherungsprämien für Windkraftanlagen plane die Allianz aber nicht, sagte Unternehmenssprecher Martin Bendrich. Vielmehr setze der Konzern auf Vorbeugung und Schadensvermeidung. Mit Hilfe eines „Condition Monitoring“ können drohende Schäden zum Beispiel am Getriebe rechtzeitig erkannt und dann behoben werden. Daneben möchte der Konzern zusammen mit der TU Dresden und der TU München ein Forschungsprojekt auf den Weg bringen, um die Lebensdauer von Windrädern zu erhöhen.

Doch zunächst rechnet der Versicherer mit einem weiteren Anstieg der Schadensfälle – nämlich dann, wenn in Deutschland die ersten Windräder offshore, also auf dem Meer, in Betrieb gehen. Dort werde die voraussichtliche Schadenshöhe noch höher liegen. awm

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