Wirtschaft : Wirtschaft erholt sich wieder Forscher: Euro-Raum und Deutschland legen zu

Frankfurt am Main/Kiel - Positive Aussichten für die Wirtschaft: Europas Währungshüter trauen dem Euro-Raum eine schnellere Erholung zu als angenommen. Der EZB-Rat sehe sich in seiner Erwartung „einer allmählichen konjunkturellen Erholung insgesamt bestätigt“, erklärte die Europäische Zentralbank (EZB) in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht September. Für Deutschland sagte das Institut für Weltwirtschaft (IfW) für das laufende Jahr ein Wachstum von 0,5 Prozent und für 2014 sogar von 1,8 Prozent voraus. Noch werde die deutsche Konjunktur von einer starken Binnenwirtschaft und einem kräftigen privaten Konsum gestützt, betonten die Kieler Forscher am Donnerstag. Im kommenden Jahr rechnen die Experten aber mit mehr Investitionen der Unternehmen.

Im Euro-Raum wird nach Einschätzung der EZB nicht nur die Binnennachfrage die Produktion ankurbeln, auch die Auslandsnachfrage nach Exporten ziehe an. „In den meisten wichtigen Industrieländern außerhalb des Euro-Währungsgebiets zeichnet sich eine Verbesserung der Wachstumsaussichten ab“, schreiben die Notenbanker in ihrem Bericht.

Nach jüngsten EZB-Prognosen wird die Wirtschaft im Euro-Raum 2013 nur um 0,4 (bisher: 0,6) Prozent schrumpfen. Für 2014 geht die Notenbank von 1,0 (1,1) Prozent Wachstum aus.

Sorge macht den Währungshütern aber weiterhin die hohe Arbeitslosigkeit in den Euro-Ländern. Zudem würden „die notwendigen Bilanzanpassungen im öffentlichen und im privaten Sektor die Wirtschaftsentwicklung weiterhin belasten“. Banken müssen ihre Kapitalpolster stärken und ihre Bilanzen bereinigen, viele Staaten bemühen sich um die Sanierung ihrer Haushalte.

Die EZB versucht, mit niedrigen Zinsen die konjunkturelle Erholung zu unterstützen. „Der EZB-Rat bestätigt seine Erwartung, dass die EZB-Leitzinsen für längere Zeit auf dem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau verharren werden“, heißt es im Monatsbericht. Aktuell liegt der Leitzins auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent. dpa

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