• Wirtschaft erwartet Aufschwung – aber ohne neue Jobs IW-Umfrage: Stimmung in den Unternehmen bessert sich

Wirtschaft : Wirtschaft erwartet Aufschwung – aber ohne neue Jobs IW-Umfrage: Stimmung in den Unternehmen bessert sich

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(sök/brö). Die deutschen Unternehmer blicken wieder deutlich optimistischer in die Zukunft. Vier von zehn Firmen rechnen damit, dass sie im kommenden Jahr mehr produzieren werden als in diesem Jahr, ergab eine Umfrage des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Trotzdem wollen mehr Unternehmen Stellen abbauen als neue schaffen, hieß es. Nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wächst die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal um 0,25 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Für den Arbeitsmarkt dürfte die schleppende Erholung vorerst keine Belebung bedeuten, sagten Experten am Mittwoch.

Schon jetzt produziere rund jede dritte Firma in Ost und in Westdeutschland mehr als noch im Herbst 2002, erklärte IW-Geschäftsführer Rolf Kroker. Die 1400 befragten Unternehmen erklärten, im kommenden Jahr könne sich die Erholung fortsetzen. „Rund 40 Prozent der Unternehmen haben trotz des hohen Euro-Kurses positive Erwartungen, was ihre Geschäftsbedingungen im kommenden Jahr angeht“, befand Kroker. Das IW erwartet daher ein Wirtschaftswachstum für 2004 von 1,75 Prozent. Sollte es hingegen gelingen, eine „kritische Masse“ an Reformen umzusetzen, könnte die Entwicklung noch besser verlaufen.

Abnehmende Arbeitslosenzahlen seien dennoch nicht zu erwarten. Quer durch alle Branchen sei der Anteil der Firmen, die den Abbau von Stellen planten, weiterhin deutlich größer als der Anteil jener Unternehmen, die neues Personal einstellen wollten, ermittelte das IW. Insgesamt gehen nach Krokers Worten nur 17 Prozent der Unternehmen von Einstellungen aus; 35 Prozent der befragten Firmen wollen ihr Personal reduzieren. Immerhin gut die Hälfte der Unternehmen (55 Prozent) gehe von einer unveränderten Mitarbeiterzahl aus.

Die unverändert schlechte Lage wird sich auch in den Arbeitsmarktzahlen für den Oktober spiegeln, die die Bundesanstalt für Arbeit (BA) an diesem Donnerstag bekannt gibt. Volkswirte rechnen damit, dass die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit bei knapp 4,4 Millionen Menschen stagnieren wird. „Das ist aber nicht auf die leichte Besserung der Konjunktur zurückzuführen, sondern darauf, dass die Arbeitsämter mehr Druck auf die Arbeitslosen ausüben“, sagte Stefan Bielmeier, Wirtschaftsforscher bei der Deutschen Bank in Frankfurt (Main). Folge: Zahlreiche Menschen ohne Job, die gar nicht an einer Vermittlung interessiert sind, melden sich aus der Arbeitslosigkeit ab. Daher gehen die um Saisoneinflüsse bereinigten Arbeitslosenzahlen bereits seit Monaten zurück. Allerdings nicht mehr lange, warnt Andreas Scheuerle, Arbeitsmarkt-Experte bei der Deka-Bank in Frankfurt (Main). „Dieses Instrument zur Bereinigung der Statistik ist ausgereizt, es könnte nun auch wieder zu einer Zunahme der saisonbereinigten Arbeitslosigkeit kommen“, sagte er. Ohne die Bereinigung um Saisoneffekte werde die Arbeitslosigkeit um 40000 Menschen zurückgehen. „Das ist die übliche Herbstbelebung. Eine nachhaltige Besserung der Lage wird es aber voraussichtlich erst ab Mitte kommenden Jahres geben“, dämpfte Scheuerle die Erwartungen an den Aufschwung.

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