Wirtschaft : Wirtschaft fordert mehr Europa

Berlin - Zur Rettung des Euro haben die wichtigsten Wirtschaftsverbände Deutschlands, Frankreichs und Italiens einen neuen EU-Vertrag und härtere Sparprogramme gefordert. Auch müssten die Banken ausreichend Kapital bekommen, um die Krise zu überstehen. „Wenn Europa seinen Anspruch, Politik auf globaler Ebene zu gestalten, wahren will, so kann dies nur auf dem Weg eines kontinuierlichen Fortschritts hin zu einer politischen Union erreicht werden“, heißt es in einer am Samstag veröffentlichten Erklärung der drei wichtigsten Unternehmensverbände der Eurozone, darunter der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Die Verbände fordern, dass der künftige dauerhafte Euro-Rettungsschirm ESM zu einem politisch unabhängigen Fonds entwickelt werden müsse. Dieser Fonds müsse als letztes Mittel ein Verfahren zur Umschuldung von Euro-Krisenländern vorsehen.

Unterdessen wird der Ruf nach einer stärkeren Führungsrolle von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Euro-Schuldenkrise lauter. Vor dem Treffen mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy am heutigen Sonntag in Berlin warf die Weltbank Merkel vor, bei der Euro-Rettung keine Vision zu haben. „Vieles in der Politik geschieht in der Art des Durchwurstelns, aber die Wirtschaft und die Märkte brauchen Orientierung und Klarheit“, sagte Weltbank-Präsident Robert Zoellick der „Wirtschaftswoche“. Merkel und Sarkozy wollen über die bedrohliche Lage bei Europas Banken und Griechenland beraten. Die Postbank sagte der „Börsen-Zeitung“ am Samstag zudem, sie erwarte weitere Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen für die Bankenbranche. dpa/rtr

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