Wirtschaft : Wirtschaft: Gute Chancen für Lehrstellen Verbände weisen Zweifel an Ausbildungspakt zurück

Cordula Eubel

Berlin – Die Wirtschaft rechnet mit einem Erfolg des Ausbildungspakts – trotz der jüngsten Zweifel des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). „Die Zusagen im Ausbildungspakt werden wir nach heutigem Stand sicher einhalten können“, sagte Handwerks-Präsident Dieter Philipp dem Tagesspiegel. „Den Pakt bereits nach sechs Wochen für gescheitert zu erklären, entbehrt jeder Grundlage“, sagte Günther Lambertz, beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) zuständig für den Ausbildungspakt. Wirtschaftsminister Wolfgang Clement nannte die Zweifel des BIBB „Unsinn“.

Der Generalseketär des BIBB, Helmut Pütz, rechnet damit, dass in diesem Herbst 30 000 bis 35 000 Jugendliche ohne eine Lehrstelle bleiben werden. Er glaube nicht, „dass der Ausbildungspakt wirklich etwas bringt“, sagte Pütz der „Berliner Zeitung“. Die Regierung hatte vor sechs Wochen einen Pakt mit den vier großen Wirtschaftsverbänden geschlossen, in dem diese sich verpflichten, jährlich 30 000 neue Ausbildungsplätze zu schaffen. Damit soll zumindest kompensiert werden, dass in zahlreichen Betrieben Lehrstellen wegfallen. Darüber hinaus verpflichtete sich die Wirtschaft, für 25 000 schwer vermittelbare Jugendliche Einstiegspraktika zu schaffen.

Kommende Woche will der DIHK eine erste Zwischenbilanz ziehen, wie viele Stellen bis Ende Juli bei den Betrieben eingeworben wurden. Ende Juni lag das Plus bei Industrie- und Handelskammern sowie beim Handwerk bei 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Unsere Betriebe ziehen engagiert mit“, sagt Handwerks-Präsident Philipp. Nach einer Umfrage des „Handelsblatts“ zeichnet sich bei den 30 im Deutschen Aktienindex notierten Konzernen ein deutliches Plus ab. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) rechnet mit einer „positiven Bilanz“ im Herbst. Durch den Pakt werde die Lehrstellenlücke nicht bei 30 000 fehlenden Plätzen liegen, sagt Abteilungsleiterin Karen Schober. Daran zweifelt IG-Metall-Vize Berthold Huber. Alle Prognosen deuteten darauf hin, dass der Pakt nicht den gewünschten und versprochenen Erfolg habe.

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