Wirtschaft : Wirtschaft hat keine Angst vor der Steuererhöhung

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Berlin - Der wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland wird trotz der Mehrwertsteuererhöhung zum 1. Januar 2007 nicht ins Stocken geraten. Das jedenfalls glaubt die Mehrheit der rund 2000 Unternehmen, die sich an der Herbstumfrage des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) beteiligt haben. Mit einem geschätzten Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent für 2006 und 1,5 Prozent für das kommende Jahr bleibe der Konjunkturmotor intakt, sagte IW-Direktor Michael Hüther am Montag.

Derzeit beurteilen die Firmen ihre Lage der Befragung zufolge so gut wie seit 2002 nicht mehr. Etwa 55 Prozent der Unternehmen verzeichnen eine Produktionssteigerung, nur 13 Prozent rechnen bis Jahresende mit einem Rückgang. Zwar werde die ostdeutsche Wirtschaft im kommenden Jahr weiter im Schatten der westdeutschen Dynamik bleiben, hieß es. Dennoch habe sich die Lage in Mecklenburg-Vorpommern und besonders in Berlin verbessert. „In der Hauptstadt sind strukturelle Probleme weitestgehend beseitigt worden“, sagte Hüther. Berlin sei endlich der Anschluss gelungen. Treibende Kraft für den konjunkturellen Aufschwung sei nach wie vor die deutsche Exportwirtschaft. Die werde zwar durch die stagnierende Weltwirtschaft einen leichten Dämpfer erfahren. „Die von Rekord zu Rekord eilenden Exporte deutscher Unternehmen werden aber auch im nächsten Jahr getoppt“, sagte Hüther.

Aufgrund der positiven Ertragssituation wollen fast 30 Prozent der Firmen im Westen und 23 Prozent der ostdeutschen Unternehmen ihre Belegschaft vergrößern. Dagegen planen 18 Prozent der westdeutschen Firmen und 19 Prozent der Unternehmen im Osten Personal abzubauen. Zur leichten Entspannung auf dem Arbeitsmarkt hätten flexiblere Arbeitszeiten und die vielseitigere Qualifikation von Mitarbeitern beigetragen.

Auch der industrielle Mittelstand blickt laut Mittelstandspanel des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) optimistisch in die Zukunft: Die Hälfte der 1031 online befragten Unternehmen bezeichnet ihre aktuelle konjunkturelle Situation als gut oder sehr gut.mkö

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