Wirtschaft : Wirtschaft: Keine Angst vor Rumänien

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Berlin – Der Vorsitzende des OstAusschusses der Deutschen Wirtschaft, Klaus Mangold, glaubt nicht, dass der EU-Beitritt Rumäniens und Bulgariens neuen Druck auf den deutschen Arbeitsmarkt ausüben wird. „Die Sorge ist weitgehend unbegründet, dass da jetzt ein weiterer Sprung kommen soll“, sagte Mangold dem Tagesspiegel am Sonntag, „der Markt für billige Arbeitskräfte ist nicht beliebig erweiterbar.“ Der Standort Deutschland zeichne sich vor allem dadurch aus, dass für Produktion und Dienstleistung meist hochqualifizierte Arbeitskräfte gebraucht würden.

Der Beitritt werde sich positiv auf das deutsche Wirtschaftswachstum auswirken, sagte Mangold. „Dort sind große Märkte vorhanden, davon profitiert die deutsche Wirtschaft heute schon.“ Die Beitrittsperspektive setze die beiden Länder nun unter Druck, die nötigen Reformen anzugehen, die auch für deutsche Investoren nötig seien. „Gesicherte Rechtssysteme, der Respekt vor abgeschlossenen Verträgen, der Kampf gegen die Korruption und die Schaffung einer überschaubaren, fairen Gerichtsbarkeit sind die Dinge, auf die wir angewiesen sind. Der Aufholbedarf ist dabei in Rumänien größer als in Bulgarien“, schätzt der Ostbeauftragte.

Die erste Osterweiterung sei „eines der größten Konjunkturprogramme, die Deutschland je erlebt hat“, sagte Mangold. Der Export nach Mittel- und Osteuropa sei inzwischen bedeutender als in die USA. Der vergrößerte Binnenmarkt habe den deutschen Unternehmen aber auch die Chance gegeben, Produktionen in Teilbereiche der neuen Mitgliedstaaten zu verlagern. „Allein durch die Osterweiterung sind so in Deutschland mehrere hunderttausend Arbeitsplätze gerettet worden.“ Unterm Strich sei die Bilanz zwischen verlagerten und erhaltenen Arbeitsplätzen positiv, sagte Mangold. fw

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