Wirtschaft : Wirtschaft nach dem Terror: Noch lange kein business as usual

Alfons Frese

Die Autofans geben einen Hinweis auf die weitere Entwicklung: Am ersten Tag der IAA kamen ein Fünftel weniger auf das Frankfurter Messegelände als bei der letzten Schau. An der "Faszination Auto" hat der Terror zwar nicht viel zerstört. Doch wer - insbesondere in den USA - gibt in diesen Zeiten viel Geld für ein Auto aus? Man weiß ja nicht, was noch kommt. Am Montag um 15 Uhr 30 wissen wir etwas mehr. Dann eröffnet nach vier Tagen die Wall Street, und die Reaktion der wichtigsten Finanzinstitution der Welt wird zeigen, wie die Weltwirtschaft den wahnsinnigen Terror-Angriff verkraftet. Vielleicht verhindern ja US-Investoren wie Donald Trump, der am Montag aus patriotischen Gründen Aktien kaufen will, das Schlimmste. Jedenfalls für den Moment. Doch für die kommenden Monate bis Anfang nächsten Jahres sind die Aussichten trübe. Die USA rutschen mit großer Wahrscheinlichkeit in die Rezession.

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Chronologie: Die Anschlagserie gegen die USA
Osama bin Laden: Amerikas Staatsfeind Nummer 1 gilt als der Hauptverdächtige Im zweiten Quartal wuchs die US-Wirtschaft nur um 0,2 Prozent. Im dritten und vierten Quartal geht die Wirtschaftsleistung ziemlich sicher zurück, frühestens im Frühjahr 2002 dürfte es wieder aufwärts gehen. Besonders misslich ist die abnehmende Konsumlust der Amerikaner. Das so genannte Verbrauchervertrauen ist auf den tiefsten Stand seit acht Jahren gefallen - und zwar bereits vor dem Anschlag. Die Angst vor der Zukunft, also im wesentlichen auch die Unsicherheit über Ausmaß und Folgen des Gegenschlags des US-Militärs, werden Kauflaune und Investorenverhalten beeinflussen. Schließlich schlagen die besonders betroffenen Branchen auf die Gesamtwirtschaft durch. In den amerikanischen Luftfahrtunternehmen stehen 100 000 Arbeitsplätze auf der Kippe, Versicherungen und Tourismuswirtschaft müssen Milliardeneinbußen verkaften. Und die Autoindustrie - in den USA ähnlich wichtig wie in Deutschland - wird zurückgeworfen. Ford erwartet weniger Gewinn und kündigt vorübergehende Werkschließungen an; andere werden folgen. Das alles zeigt, wie weit der Weg ist zum business as usual.

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