Wirtschaft statt Sozialkunde : Bitkom fordert mehr Förderung für Start-ups

Im ersten Halbjahr 2013 ist wieder mehr Geld in IT-Start-ups geflossen. Das meiste Risikokapital ging nach Berlin.

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Wirtschaftsminister Rösler besuchte in diesem Jahr Facebook in San Francisco.
Wirtschaftsminister Rösler besuchte in diesem Jahr Facebook in San Francisco.Foto: dpa

Berlin - Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) hat die Start-ups als dankbares Thema für sich entdeckt. Er besucht Firmengründer, reist mit Unternehmern ins Silicon Valley und nach Israel und sagt im Interview mit „Gründerszene“, er könne sich auch eine eigene Gründung vorstellen. „Leider hat die FDP die Ansätze Röslers nicht ins Wahlprogramm übernommen“, bedauert Ulrich Dietz, Vize-Präsident des Hightech- Verbandes Bitkom. Der Verband setzt aber darauf, dass die Förderung von Start-ups auch nach der Wahl auf der politischen Agenda steht – egal, welche Partei die Wahl gewinnt.

Gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) stellte der Bitkom am Donnerstag seine Forderungen vor. Beide Verbände sind sich einig, dass die Rahmenbedingungen für Investoren verbessert werden müssen. 138 Millionen Euro Wagniskapital sind im ersten Halbjahr 2013 in 157 IT-Start-ups geflossen – Berlin liegt dabei weiter auf Platz eins. Das sei ein Anstieg um 20 Prozent im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2012. Dennoch sei Deutschland in Sachen Wagniskapital immer noch ein Entwicklungsland, sagte BVK-Geschäftsführerin Ulrike Hinrichs.

Es müsse sich aber auch das Unternehmerbild in Deutschland ändern, sagte Dietz. Statt Sozialkunde müsse Wirtschaft zum Schulfach werden. Schließlich sei es wichtig, die großen deutschen Industrieunternehmen mit innovativen Start-ups zusammenzubringen, damit die einen von der Stärke und die anderen von der Innovationskraft des anderen profitierten. Corinna Visser

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