Wirtschaft : Wirtschaft will von Rezession nichts wissen Optimismus im Osten größer als im Westen

Berlin/Peking - Die deutsche Wirtschaft wird sich 2012 deutlich schwächer entwickeln als noch in diesem Jahr, aber nicht schrumpfen. „Nach heutigem Wissen wird es keine Rezession geben“, sagte Michael Hüther, Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), am Montag in Berlin. Er stützte sich dabei auf eine Umfrage seines Hauses unter knapp 2600 Unternehmen.

Zwar sei die Unsicherheit über die Geschäftsentwicklung angesichts der Finanzkrise groß, sagte er. 31 Prozent der Firmen rechneten aber damit, 2012 mehr produzieren zu können – vor einem halben Jahr waren es allerdings noch 61 Prozent. Dabei sind die Ost-Firmen etwas zuversichtlicher als die aus dem Westen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde um ein Prozent höher ausfallen als im vergangenen Jahr, sagte Hüther. Eine Rezession hält er nur für den Fall für wahrscheinlich, dass eines der angeschlagenen Euro-Länder aus dem Währungsverbund austritt und es zu einer unkontrollierten Kettenreaktion kommt.

Die Bundesbank ist dagegen weniger optimistisch. „Die deutsche Wirtschaft dürfte in den kommenden Monaten in schwierigeres konjunkturelles Fahrwasser geraten“, warnten ihre Ökonomen im neuen Monatsbericht. Für 2012 hält die Zentralbank nur noch ein mageres Wachstum von 0,5 bis 1,0 Prozent des BIP für realistisch. „Die empfindliche Abkühlung vor allem der Auslandsnachfrage vermischt sich mit der Nervosität an den Finanzmärkten“, heißt es in der Analyse. Die externen Störeinflüsse dürften die kommenden Monate prägen. „Damit steigt auch das Risiko, dass die Binnenkonjunktur an Festigkeit einbüßt“, befürchtet die Bundesbank.

Auch Chinas Regierung ist skeptisch. In der jetzigen Situation sei eine „unausgewogene Erholung“ der Weltwirtschaft womöglich besser als eine „ausgewogene Rezession“, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua Vizepremier Wang Qishan. Es war der bislang düsterste Kommentar eines chinesischen Spitzenpolitikers zur globalen Konjunktur. brö/dpa

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