Wirtschaft : Wirtschaft wundert sich über Rösler

Minister lädt überraschend zur Griechenland-Konferenz / Moody’s stuft Bonität des Landes weiter herab

Berlin - 27 Präsidenten und ein Minister sollen am kommenden Mittwochvormittag zwischen 10.30 Uhr und 12.30 Uhr einen Rettungsplan für Griechenland entwerfen. Am vergangenen Freitag lud Philipp Rösler (FDP) dazu die Chefs der Dachverbände sowie diverser weiterer Wirtschaftsvereinigungen ein. „Wir waren schon überrascht“, hieß es am Montag in Wirtschaftskreisen über das kurzfristig angesetzte Treffen in der Sommerpause. Entsprechend fällt die Besetzung aus: Viele Verbände, etwa der BDI, der DIHK, das Handwerk oder die Maschinenbauer, schicken nur Geschäftsführer. Und überhaupt kann man sich so richtig nicht vorstellen, was die Verbandsvertreter im Wirtschaftsministerium sollen. Schließlich sei die Politik am Zuge: „Ohne ordentliche Rahmenbedingungen auch keine Investitionen“, heißt es beim Verband der Maschinenbauer. „Das Hauptmanko, das die griechische Regierung beheben muss, ist, dass wir schnellere Genehmigungsverfahren und administrative Prozesse bekommen“, erklärte BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber am Montag. Der Industrieverband hatte am vergangenen Donnerstag eine Konferenz über Investitionsbedingungen in Griechenland veranstaltet. Kerbers Einschätzung nach müssen die Griechen für den erforderlichen Strukturwandel um die zehn Jahre veranschlagen. Der BDI regt die Einrichtung einer Förderbank nach dem Vorbild der deutschen KfW an, die Kredite an kleinere Firmen ausreicht. Aus Sicht des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) ist der Kreditnotstand aktuell das größte Problem in der griechischen Wirtschaft: „Es gibt 0,0 Kredite“, beschreibt Volker Treier vom DIHK die Situation. Selbst Projekte, die eigentlich jede Bank finanzieren würde, bekämen kein Geld.

Das wird auch noch so bleiben: Am Montag stufte die US-Ratingagentur Moody’s die Kreditwürdigkeit Griechenlands eine weitere Stufe nach unten. alf

0 Kommentare

Neuester Kommentar