Wirtschaftsbeziehungen zu Asien : Bürgschaftsbank kooperiert mit Chinesen

Eine Win-win-Situation soll es sein: Eine neue Kooperation der Bürgschaftsbank will Berliner Firmen den Zugang zum chinesischen Markt erleichtern. Und umgekehrt.

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Die Hoffnungen von Berliner Unternehmen ruhen künftig auch auf der chinesischen Stadt Hefei.
Die Hoffnungen von Berliner Unternehmen ruhen künftig auch auf der chinesischen Stadt Hefei.Foto: picture alliance / dpa

8100 Kilometer Luftlinie liegen zwischen Berlin und der Provinzhauptstadt Hefei im Südosten Chinas. Dennoch könnten die beiden Städte in Zukunft enger zusammenwachsen. Die Bürgschaftsbank zu Berlin-Brandenburg (BBB) hat gerade einen Kooperationsvertrag mit ihrem Pendat in Hefei unterschrieben. Berliner Unternehmen, die in der Provinz Anhui Geschäfte machen wollen, bekommen dafür künftig eine Bürgschaft der Anhui Credit Guaranty Group (ACGG). Im Gegenzug bürgt das Berliner Institut für chinesische Firmen, die in die Hauptstadt kommen. Das sei für beide Seiten eine Bereicherung, sagt BBB-Geschäftsführerin Waltraud Wolf. Gerade kleinen und mittelständischen Unternehmen aus Berlin eröffne das überhaupt erst die Möglichkeit, ihre Waren und Dienstleistungen nach China zu exportieren. „An der Finanzierung zumindest soll das nicht scheitern“, sagt Wolf.

Die Bank bürgt im Umkehrschluss für die Asiaten

Eine erste Berliner Firma, die über die Expansion nach China nachdenkt, hat sie bereits auf ihrer Liste: Sie stellt Körperpflegeprodukte her und hofft, sie bald an die chinesische Mittelschicht zu verkaufen. Aber auch für forschungsgetriebene Unternehmen sieht Wolf Chancen. So spiele das Thema Industrie 4.0 in Berlin eine ebenso große Rolle wie in Hefei. Begeistert berichtet sie, dass in den dortigen Restaurants zum Teil bereits Roboter das Essen bringen würden.

Die Initiative für die Kooperation ging von den Chinesen aus. Im März haben sie zum ersten Mal Kontakt zur BBB Bürgschaftsbank aufgenommen. Ihr Ziel ist nicht nur, chinesischen Firmen bei der Expansion nach Berlin zu helfen. Die Chinesen wollen auch von den Deutschen lernen, wie sie ihr Bürgschaftsgeschäft organisieren. Denn anders als das Berliner Institut, das von privaten Wirtschaftsverbänden getragen wird, steht hinter der chinesischen ACGG der Staat. Aus Sicht der Berliner Bürgschaftsbank ist die Kooperation ein Versuch: Gelingt er, könnten bald auch andere Bürgschaftsbanken in Deutschland mit chinesischen Instituten zusammenarbeiten.


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