Wirtschaft : Wirtschaftsförderung: 3500 Arbeitsplätze für Berlin - WFB akquiriert im Dienstleistungsbereich

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Mit rund 3500 neuen Arbeitsplätzen, einer Investitionssumme von 350 Millionen Mark und insgesamt 25 abgeschlossenen Projekten im ersten Halbjahr liegt die Wirtschaftsförderung Berlin (WFB) im Plan. Wie Wirtschaftssenator Wolfgang Branoner anläßlich der Halbjahresbilanz am Freitag sagte, werde der Hauptstadt zurzeit weltweit breite Zustimmung entgegengebracht. Diesen Trend müsse man nutzen. Niemand könne mit Bestimmtheit voraussagen, wie lange derartige Zeitfenster offen sind. Branoner zufolge zahlt sich jetzt aus, dass man in der Vergangenheit auf den konsequenten Aufbau von Netzwerken hingearbeitet habe. Von jedem Neuansiedler in der Stadt werden mindestens drei Kontaktadressen abgefragt, "um über Berlin zu reden". Auch WFB-Geschäftsführer Hans Estermann verwies darauf, dass die Chancen schnell genutzt werden müßten. So machen neben Telefonvermittlungsdiensten vor allem sogenannte Data Center einen großen Teil der laufenden Projekte aus. Wer hier nicht innerhalb von sechs Monaten seine Angebote mit allen Vorteilen des Standortes abgebe, sei bereits aus dem Rennen. Dabei profitiere die Hauptstadt von ihrem Ruf als Talentschmiede. Teilweise werde heute mehr in die Beschäftigten als in die Anlage investiert. Ein Beispiel dafür sei der durch seine Comic-Hefte bekannt gewordene E-Hapa-Verlag. Ohne einen Pfennig Subventionen habe sich das Stuttgarter Unternehmen mit seinen 200 Angestellten nun für Berlin entschieden, weil es hier das Umfeld und das nötige Personal für die Expansion finde. Auch die Finanzdienstleister zeigen zunehmend Interesse für die Stadt. Nach der Bank 24 will sich nun der Internetbroker Consors stärker in Berlin engagieren. Ferner konnte die US-Firma E-Trade, eine der größten Direktbanken Kaliforniens, für ein Call Center gewonnen werden. Der Zustrom aus den USA, so Estermann, entwickle sich nicht zuletzt Dank der ausgezeichneten Kooperation mit dem US-Konzern Southern Energie sehr gut. Die an der Bewag beteiligte Firma lasse keine Gelegenheit aus, für den Technologiestandort Berlin zu werben. Dem Ruf gefolgt ist die größte US-amerikanische Werbeagentur DDB, die eine Filiale mit 80 Mitarbeitern eröffnete. Auch sieben der größten deutschen Werbeagenturen haben sich inzwischen in Berlin angesiedelt.

Die Wirtschaftsförderung werde sich künftig noch stärker der Akquisition widmen, sagte Branoner. Dass das Land seine WFB-Beteiligung der Investitionsbank (IBB) überschrieben habe, diene lediglich dazu, die vorhandenen Kräfte zu bündeln. An der Finanzierung werde sich nichts ändern. Der Senat überweist jährlich sieben Millionen Mark an die WFB.

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