Wirtschaft : Wirtschaftskriminalität kostet Milliarden

Die Wirtschaftskriminalität in Deutschland verursacht nach Aussagen des Bamberger Generalstaatsanwalts Roland Helgerth jährlich Schäden in Milliardenhöhe. Allein im Jahr 2000 summierten sich die Schäden bei rund 90 000 aufgedeckten Fällen auf 10,5 Milliarden Mark (5,4 Milliarden Euro). "Nach Einschätzung von Wissenschaftlern könnte die Volkswirtschaft vier Prozent stärker wachsen, wenn allein die Bestechung ausgemerzt werden könnte", sagte Helgerth am Montag zum Auftakt einer bundesweiten Tagung der Leiter der Schwerpunktstaatsanwaltschaften für Wirtschaftskriminalität in Hof.

"Der Feind schläft nicht, aber die Staatsanwaltschaft auch nicht", beschrieb Helgerth die ständige Anpassung der Gesetze und der Ermittlungsstrategien an immer neue Formen der nationalen und internationalen Wirtschaftskriminalität. Nach Angaben von Ministerialrat Manfred Möhrenschlager vom Bundesministerium der Justiz hat der Bundestag mit einer Reihe von Gesetzesverschärfungen auf die zunehmende "Weiße-Kragen-Kriminalität" reagiert.

Als Beispiele nannte er die Verschärfung des Steuerstrafrechtes, das Gesetz zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus und die Errichtung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.

Kurz vor der Verabschiedung steht laut Möhrenschlager auch das Gesetz zur Bekämpfung der illegalen Beschäftigung und der Schwarzarbeit, das in besonders schweren Fällen Freiheitsstrafen bis zu zehn Jahren vorsieht. Früchte trägt laut Helgerth die Möglichkeit der Vermögensabschöpfung bei Wirtschaftskriminellen. Allein in Bayern seien im Jahr 2000 "Gewinne" in Höhe von 53,7 Millionen Euro abgeschöpft worden - zwei Jahre zuvor waren es weniger als ein Zehntel. "Solche Erfolge machen Mut", sagte Helgerth.

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