Wirtschaftskrise : Air Berlin holt sich Geld an der Börse

Air Berlin rüstet sich mit einer Kapitalerhöhung gegen die Wirtschaftskrise. Die größte deutsche Fluggesellschaft nach der Lufthansa hat allein am Donnerstag durch Ausgabe von 6,6 Millionen neuer Aktien 23 Millionen Euro eingesammelt.

Berlin - In einer zweiten Runde sollen weitere 15,8 Millionen Euro auf das Konto des Berliner Unternehmens fließen, wie Air Berlin am Donnerstag mitteilte. Die Börse reagiert trotzdem enttäuscht. Der Kurs der im S-Dax notierten Aktie verlor zeitweise mehr als neun Prozent und notierte am Abend leicht erholt bei 3,73 Euro. Dass auch die Zahl der Passagiere im Mai weiter gesunken ist, spielte dabei nur eine untergeordnete Rolle, urteilten Analysten.

Die Fluglinie will das Geld aus der Kapitalerhöhung nach eigenen Angaben für „allgemeine Unternehmenszwecke“ verwenden. Damit könnten zum Beispiel Preissicherungsgeschäfte für Kerosin oder die Neuanschaffung von Maschinen finanziert werden.

In einem ersten Schritt hatte Air Berlin am Donnerstag 6,6 Millionen neuer Aktien zum Preis von je 3,50 Euro platziert. Käufer sind nach Unternehmensangaben institutionelle Investoren. Weitere vier Millionen Aktien sollen an den türkischen Großaktionär Esas Holding ausgegeben werden, der bereits gut 15 Prozent an Air Berlin hält. Und weitere 350 000 Aktien sichert sich Aufsichtsratschef Johannes Zurnieden; Unternehmenschef Joachim Hunold will 150 000 neue Aktien kaufen.

Analyst Zafer Rüzgar von Independent Research schrieb in einer Studie, die Kapitalerhöhung komme für ihn überraschend, da kein dringender Kapitalbedarf erforderlich gewesen sei. Wegen der inzwischen dritten Kapitalerhöhung werde sich die Aktienzahl erhöhen, kommentierte Martina Noß von der Nord LB. Das werde potenzielle Gewinne in den kommenden Jahren für die Altaktionäre verwässern.

Unterdessen bleibt das Geschäft in Zeiten der Wirtschaftskrise schwierig. Die Passagierzahl sank im Mai um 7,7 Prozent auf 2,5 Millionen. Auch die Auslastung verringerte sich um 3,8 Punkte auf 77 Prozent, obwohl die Kapazität um gut drei Prozent zurückgefahren worden war. Dadurch habe sich der Erlös pro Sitzplatz und geflogenem Kilometer – ein in der Branche üblicher Vergleichswert – erhöht, teilte das Unternehmen mit.pet

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