Wirtschaftskrise : Arbeitgeberpräsident sieht Opel-Rettung mit Skepsis

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat Zweifel geäußert, ob der angeschlagene Autobauer Opel die Voraussetzungen für staatliche Finanzhilfen erfüllen kann. Lob gab es für das Bankenrettungspaket der Regierung.

MünchenBund und Länder müssten bei der Vergabe von Bürgschaften "ordnungspolitische Grenzen" beachten, sagte Dieter Hundt der "Süddeutschen Zeitung". "Ob der Fall Opel diese Voraussetzungen erfüllt, ist aus heutiger Sicht fraglich", betonte er. Eine direkte Beteiligung des Staates an Unternehmen außerhalb des Bankensektors komme ohnehin nicht in Frage.

Hundt und die übrigen Vorsitzenden der großen Wirtschaftsverbände kommen an diesem Freitag zu ihrem traditionellen Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Rande der Handwerksmesse in München zusammen. Bei der Unterredung dürfte die Finanz- und Wirtschaftskrise und damit auch der Fall Opel im Mittelpunkt stehen. Der Arbeitgeberchef lobte in diesem Zusammenhang das Bankenrettungspaket sowie die beiden Konjunkturprogramme der Regierung, warnte den Staat aber zugleich davor, sich bei der Rettung von Firmen zu übernehmen.

Hundt führte die Krise darauf zurück, "dass wir in den letzten Jahren rund um den Globus über unsere Verhältnisse gelebt haben". Wenn jetzt gescheiterte Bankmanager auf Wiedereinstellung klagten oder trotz riesiger Verluste weiter Millionen-Boni kassierten, sei dies "unter ethisch-moralischen Gesichtspunkten verwerflich". (mfa/ddp)

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