Wirtschaftskrise : Berliner Firmen investieren weniger

Die Berliner Investitionsbank IBB beklagt eine sinkende Nachfrage von Unternehmen nach Förderprogrammen. Mitschuldig seien auch die Banken

Yasmin El-Sharif

Berlin - Die Investitionsbank Berlin (IBB) spürt zunehmend die Auswirkungen der Finanzkrise. Die Nachfrage nach Wirtschaftsförderung sei in den ersten zwei Monaten dieses Jahres um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen, teilte die Förderbank des Landes Berlin am Mittwoch mit. Noch bis Mitte 2008 habe die IBB eine sehr hohe Nachfrage der Berliner Unternehmen nach den Finanzierungsprogrammen der Bank verzeichnet, „die gegen Endes des Jahres aber deutlich nachgelassen hat“, berichtete IBB-Chef Dieter Puchta. Zunehmend weniger nachgefragt werden demnach Wachstums- und Konsortialkredite, die unter Risikoteilung mit einer Geschäftsbank vergeben werden.

Die Unternehmen seien spürbar vorsichtiger geworden, wenn es um Investitionen gehe, sagte Puchta zur Begründung. Zugleich seien Finanzinstitute bei der Kreditvergabe zurückhaltender geworden – insbesondere dann, wenn sie mit einem Unternehmen noch keine Erfahrungen gemacht hätten. Auch Großprojekte im hohen zweistelligen Millionenbereich ließen sich zurzeit schwieriger finanzieren. Ebenso sei es für bestimmte Branchen, etwa für die Kreativwirtschaft nicht einfach, an Kredite zu kommen. Eine Mitschuld gibt Puchta aber auch den Banken. Obwohl das Zinsniveau gesunken sei, spiegele sich das nicht immer in den Kreditkonditionen wider, bemängelte er.

In einigen Bereichen verzeichnete die IBB 2008 dennoch ein starkes Wachstum. So etwa beim „Berlin Kredit“, mit dem die Förderbank Investitionen etablierter Unternehmen, aber auch Gründungen finanziert. Insgesamt hat die IBB 2008 Darlehen, Beteiligungen und Zuschüsse in Höhe von fast 437 Millionen Euro vergeben – ein Plus von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im operativen Geschäft hatte die Bank – wie bereits berichtet – so stark zugelegt wie nie zuvor. Der Überschuss betrug 42,2 Millionen Euro.

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