Wirtschaftskrise : Bertelsmann rutscht in die roten Zahlen

Die Krise hat ein neues Opfer: Die schwachen Werbemärkte machen Bertelsmann schwer zu schaffen. Der größte europäische Medienkonzern rutschte im ersten Quartal in die Verlustzone.

Düsseldorf Unter dem Strich schrieb das Gütersloher Familienunternehmen einen Verlust von 78 Millionen Euro in den ersten drei Monaten. Im Vorjahr betrug das Ergebnis noch 35 Millionen Euro.

Der schwache Konsum und Werbemarkt in Europa und Nordamerika beuteln den Konzern. Die Erlöse gingen im ersten Quartal leicht auf 3,5 Milliarden Euro (Vorjahreszeitraum: rund 3,8 Milliarden Euro) zurück. Der operative Betriebsgewinn brach allerdings um mehr als die Hälfte auf 115 Millionen Euro ein. Im Vorjahr waren es noch 253 Millionen Euro. Damals fielen aber die für die Werbewirtschaft wichtigen Osterfeiertage im Gegensatz zu 2009 ins erste Quartal. Der Verlust überraschte Experten dennoch. „Wir glauben, dass der starke Ebit-Rückgang die schwierigen Bedingungen des Konzerns zeigt, der besonders vom herausfordernden Anzeigen- und Inhaltemarkt abhängig ist“, kommentierten Sam Morton und Ana Grecowe von der britischen Bank Barclays. Bertelsmann erwirtschaftete im vergangenen Jahr 28,1 Prozent seiner Erlöse über Werbung, 23,5 Prozent mit Inhalten.

Bertelsmann rechnet für 2009 mit einem Rückgang bei den Erlösen und beim operativen Gewinn. Der Sparkurs trifft vor allem Gruner+Jahr, Europas größten Zeitschriftenverlag. Hier soll ein zweistelliger Millionenbetrag eingespart werden. Wegen einbrechender Anzeigenerlöse, wurden bereits die Redaktionen der Wirtschaftsmagazine „Capital“, „Impulse“ und „Börse Online“ in Hamburg zentralisiert. Der Betriebsrat berichtet in der aktuellen Ausgabe seiner Zeitschrift „Braktuell“ von „unhaltbaren Zuständen“ im Verlag. HB/mot

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