Wirtschaftskrise : British Airways schreibt Rekordverlust

Die größte britische Fluggesellschaft kämpft ums Überleben. Der existenziellen Krise will British Airways mit Sparmaßnahmen begegnen.

LondonZum ersten Mal seit der Privatisierung vor mehr als 20 Jahren schreibt die britische Fluglinie British Airways (BA) in den ersten Monaten eines Jahres rote Zahlen. Das kriselnde Unternehmen verbuchte im zweiten Quartal einen Verlust vor Steuern von 148 Millionen Pfund, das entspricht 173,3 Millionen Euro. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte BA noch Gewinn in Höhe von 37 Millionen Pfund gemacht.

Schon im ersten Geschäftsquartal hatte der Konzern ein Minus von 94 Millionen Pfund verbucht. Der Umsatz ging damals um 12,2 Prozent zurück.

BA-Chef Willie Walsh erklärte, die Fluglinie werde die Kosten weiter senken, da der Markt wegen der Wirtschaftskrise "keine Anzeichen der Besserung" zeige. BA hat bereits 4000 Arbeitsplätze abgebaut, also etwa zehn Prozent der Belegschaft. Schon im Vorjahr waren 2500 Stellen weggefallen. Rund 7000 Mitarbeiter nehmen zudem an einem Sparprogramm teil, bei dem einige sogar auf ihr Gehalt verzichten. Walsh hatte bereits von einem "Kampf ums Überleben" gesprochen. Deshalb will der Konzern 22 Flugzeuge bis Winter 2010 am Boden behalten.

Vor zwei Tagen hatte die Fluglinie mitgeteilt, dass auch am Essen für die Passagiere gespart werden soll. Auf Kurzflügen unter zwei Stunden gibt es künftig außer dem Frühstück nur noch kostenlose Getränke und Snacks. Auf diese Weise sollen pro Jahr 22 Millionen Pfund, also 25,5 Millionen Euro, eingespart werden. Die Neuregelung gilt ab der kommenden Woche.

Rivale Air France hatte am Donnerstag für das zweite Quartal einen Nettoverlust von 426 Millionen Euro bekannt gegeben. Die Lufthansa flog im ersten Halbjahr einen Verlust von 216 Millionen Euro ein und rechnet ebenfalls nicht mit einer baldigen Erholung der Lage.


 

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, bm

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