Wirtschaftskrise : Die Ukraine ist am stärksten betroffen

Die Staaten Mittel- und Osteuropas hat die Finanz- und Wirtschaftskrise besonders hart getroffen. Und offenbar sogar noch härter, als es sich die Experten zu Jahresbeginn vorstellen konnten.

Berlin - Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD), auch Osteuropabank genannt, hat ihre Wachstumsprognose für 2009 nun zurückgenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der 30 Länder in der Region, in die die Bank investiert, werde um fünf Prozent schrumpfen, hieß es. Im Januar hatte die Osteuropabank immerhin noch ein leichtes Wachstum vorhergesagt. Die Region hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Absatzmarkt von enormer Bedeutung für deutsche Exporteure entwickelt. Doch im Zuge der Finanzkrise haben viele Banken ihr Geld aus Osteuropa abgezogen; mehrere Länder waren daraufhin bereits auf Hilfe von außen angewiesen, um ihren Staatshaushalt ausgleichen zu können. Die Osteuropabank will mit ihren Investitionen vor allem die Kreditversorgung kleiner und mittlerer Unternehmen sicherstellen. Sie investiert in diesem Jahr nach eigenen Angaben sieben bis acht Milliarden Euro in der Region.

Am schwersten betroffen ist die Ukraine. „Die Ukraine macht uns in jeder Beziehung Sorgen“, erklärte der Präsident der Osteuropabank, Thomas Mirow, am Freitag in Berlin. Neben der wirtschaftlichen Lage – die ukrainische Wirtschaft schrumpft laut EBRD 2009 um zehn Prozent – beunruhige ihn die instabile politische Lage und die ausbleibenden Reformen. Auch für Russland sagt die Bank aktuell einen Wachstumsrückgang von 7,5 Prozent voraus, für die baltischen Staaten sogar von zehn Prozent. Vergleichsweise gut steht Polen da, das nach den EBRD- Zahlen immerhin noch leicht wachsen soll. Der Grund dafür sei der stabile Bankensektor und die konservative Haushaltspolitik des Landes, sagte Mirow. Das Wirtschaftswachstum sei in der Vergangenheit im Vergleich zu den USA oder dem Baltikum weniger stark „kreditgetrieben“ gewesen. Zudem sei Polen nicht so abhängig von Schlüsselindustrien wie es etwa in Tschechien und der Slowakei mit der Automobilindustrie der Fall sei. jul

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