Wirtschaftskrise : Händler bringt Citigroup in Verlegenheit

Ein Händler der US-Großbank Citigroup fordert seinen mit der Bank vereinbarten Bonus in Höhe von 100 Millionen Dollar. Seine Energiehandelssparte hatte 2008 den größten Teil des Gewinns der Rohstoffsparte der Bank geliefert. Diese hat nun ein Problem.

New YorkDas bringt die staatlich gestützte Großbank in Verlegenheit, wie das „Wall Street Journal“ in seiner Online- Ausgabe schreibt.

Zahlt die Citigroup den vertraglich geregelten Bonus aus, droht ein Streit mit US-Präsident Barack Obama und dem Kongress, weil die Regierung exzessive Bonizahlungen in Unternehmen untersagt, die mit Steuergeldern gestützt werden. Verweigert sie aber die Forderung, könnte der erfolgreiche Händler zu einer anderen Bank wechseln – und Citigroup obendrein verklagen. Die Bank profitiert von den Gewinnen ihrer Energiehandelssparte, weil sie so den staatlichen Stützungskredit leichter zurückzahlen kann.

Der 58-jährige Händler Andrew Hall, der für die Aufbewahrung seiner Sammlung zeitgenössischer Kunst Schloss Derneburg bei Hannover gekauft hat, leitet die Citigroup-Energiehandelssparte Phibro. 2008 ging der größte Teil der Rohstoffhandelsgewinne in Höhe von 667 Millionen Dollar auf Phibro zurück. 2009 hat die Citigroup etwa 45 Milliarden Dollar aus dem 700-Milliarden-Dollar-Bankenrettungsfonds der US-Regierung erhalten. Halls Bonusforderung dürfte nun vom US-Finanzministerium geprüft werden. Es legt die Obergrenzen für Gehälter und Boni für Konzerne fest, die Staatshilfe in Anspruch genommen haben. pf

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