Wirtschaftskrise : Intel auf der Talsohle

Umsatz und Gewinn des weltgrößten Chip-Herstellers Intel sind im ersten Quartal erneut zweistellig eingebrochen. Jedoch war der Rückgang deutlich geringer, als erwartet worden war. Und Intel hält es für möglich, dass es nun wieder aufwärts geht.

Berlin„Wir glauben, dass die PC-Verkäufe im ersten Quartal ihre Talsohle erreicht haben und erwarten eine Rückkehr zur normalen Saisonalität“, sagte Konzernchef Paul Otellini im kalifornischen Santa Clara. Prozessoren von Intel stecken heute in vier von fünf Personalcomputern. Daher gilt die Geschäftsentwicklung des Konzerns als Barometer für die Entwicklung der Technologiebranche und wegen des wachsenden Einsatzes von Chips in fast allen Bereichen auch für die Wirtschaft insgesamt.

Eine genaue Prognose für das weitere Jahr wagte der Intel-Chef indes nicht. Interne Planungen für das laufende Quartal orientierten sich in etwa am Umsatz der ersten drei Monate. Hier waren die Erlöse im Vergleich zum Vorjahresquartal um mehr als ein Viertel auf 7,1 Milliarden Dollar (5,4 Milliarden Euro) gesunken. Der Gewinn schrumpfte um mehr als die Hälfte auf 647 Millionen Dollar.

Intel-Deutschland-Chef Hannes Schwaderer zeigte sich mit dem Geschäft hierzulande zufrieden. „Besonders im Privatkundenbereich hat sich die Nachfrage im ersten Quartal positiv entwickelt. Bei Notebooks etwa gab es zweistellige Zuwachsraten“, sagte Schwaderer dem Tagesspiegel. Das Konsumklima sei nach wie vor gut. Hinzu komme, dass in Deutschland mehr hochwertige PCs gekauft würden als irgendwo sonst auf der Welt. Auch der Mittelstand investiere weiter in IT-Technik. Dieses Geschäft habe sich zuletzt stabil gehalten. Anders habe es bei Großkunden ausgesehen. Die großen Unternehmen zögerten derzeit bei Neuinvestitionen in PCs. Intel gehe nach einer Umfrage unter 100 entscheidenden Managern aber davon aus, dass 85 Prozent von ihnen in 2009 ebenso viel oder sogar mehr in IT-Infrastruktur investieren wollen wie im Vorjahr. Intel mit Sitz in München beschäftigt deutschlandweit 530 Mitarbeiter. Von ihnen sind 200 in der Forschung tätig. vis

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