Wirtschaftskrise : Japan beschließt Konjunkturpaket in Rekordhöhe

Als Exportnation leidet Japan besonders unter den Folgen der weltweiten Wirtschaftskrise. Ein rekordverdächtiges Konjunkturpaket in Höhe von zehn Billionen Yen (74 Milliarden Euro) soll helfen.

TokyoTrotz drastischer Einschnitte, Schließungen von Fabriken und zigtausender Entlassungen schrumpft Japans Wirtschaft besonders schnell. Um die Abwärtsspirale zu stoppen, will die Regierung am Freitag erneut ein Konjunkturpaket beschließen, das haushaltswirksam ist. Seit Oktober hat das Land 75 Billionen Yen verplant, zwölf davon ebenfalls haushaltswirksam.

Mit dem neuen Paket sollen nicht regulär beschäftigte Menschen abgesichert werden, die von den Massenentlassungen besonders stark betroffen sind. Außerdem soll kleineren Unternehmen geholfen werden, die nicht an notwendige Kredite kommen, aber den größten Anteil an Arbeitsplätzen stellen. Gefördert werden sollen darüber hinaus Solarenergie und der Gesundheitssektor.

Wie das Paket finanziert werden soll, ist noch unklar. Japans Verschuldung liegt bereits jetzt bei rund 170 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Die Ausgaben des neuen Paketes würden zwei Prozent des insgesamt 500 Billionen Yen umfassenden Bruttoinlandsproduktes betragen.

Im Schlussquartal 2008 war Japans Wirtschaft im Jahresvergleich um 12,1 Prozent gesunken. Die OECD geht davon aus, dass sie im laufenden Jahr erneut um 6,6 Prozent abstürzen könnte.

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