Wirtschaftskrise : Maschinenbauer voller Optimismus

Trotz Exporteinbruchs um 20 Prozent: Die deutschen Maschinenbauer sind überzeugt von der eigenen Stärke.

Berlin - Der Exportweltmeister bekommt die Wirtschaftskrise mit voller Wucht zu spüren. Im Januar exportierten deutsche Firmen fast 21 Prozent weniger als vor einem Jahr, gleichzeitig sank der Import um knapp 13 Prozent. Unterm Strich blieb noch ein Handelsüberschuss von 8,5 Milliarden Euro. Besonders betroffen vom schwachen Welthandel sind der Fahrzeug- und der Maschinenbau. Beide Branchen verkaufen rund drei Viertel ihrer Produkte im Ausland. Dennoch gibt sich vor allem der Maschinenbau betont optimistisch. „Wir gehen aus der Krise besser hervor als alle anderen“, sagte Manfred Wittenstein, Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Montagabend in Berlin.

Mit 977 000 Mitarbeitern ist der Maschinenbau die stärkste Industriebranche hierzulande. Allein im vergangenen Jahr stellten die Firmen rund 40 000 Arbeitskräfte ein. Nun schlägt die Entwicklung um, aber zumindest vorerst nicht so stark, wie zu befürchten wäre. Wittenstein rechnet in diesem Jahr mit einem Verlust von 25 000 Stellen. Weil die Firmen „keinen Kostennachteil haben und technologisch gut aufgestellt sind“.

Die Maschinenbauer seien noch nie so stark in eine Krise gegangen wie diesmal, unter anderem auch wegen der historisch hohen Eigenkapitalquote von 34 Prozent. Er sei „sehr zuversichtlich“, sagte der VDMA-Präsident. „Wir warten darauf, dass die Zukunft wieder beginnt.“

Große Probleme mit Auftragsrückgängen bis zu 60 Prozent habe der Textil- und Druckmaschinenbau, auch die Hersteller von Werkzeugmaschinen hätten zu kämpfen. Doch nicht zuletzt wegen ihrer Kompetenz beim Megathema Energie und Umwelt sei die Branche insgesamt gerüstet. Dabei habe man sich noch im Herbst einen Auftragsrückgang von 40 Prozent quer über den gesamten Maschinenbau nicht vorstellen können, räumte Wittenstein ein. Offenbar wolle jeder potenzielle Auftraggeber derzeit Liquidität sichern und Aufträge verschieben. Doch es sei nur eine Frage der Zeit, wann wieder bestellt werde. Eine Kreditklemme sei nicht spürbar, doch gebe es Engpässe bei der Exportfinanzierung. Trotz der großzügig gehandhabten Hermes-Bürgschaften seien deshalb weitere politische Hilfen wünschenswert, etwa die Absicherung von Exportfinanzierungen durch die KfW. alf

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