Wirtschaftskrise : Siemens gerät tiefer in den Konjunkturstrudel

Das deutsche Industrieflaggschiff Siemens gerät immer stärker in den Strudel der Wirtschaftskrise. Angesichts einer schlechteren Auftragslage verabschiedete sich der Konzern von seiner Jahresprognose.

BerlinFür das laufende Geschäftsjahr 2008/09 geht der Technologiekonzern nun von einem operativen Ergebnis seiner drei Sektoren über dem Vorjahresniveau von 6,6 Milliarden Euro aus, wie das Unternehmen mitteilte. Bislang hatte Siemens mit bis zu 8,5 Milliarden Euro gerechnet. Der Konzern steckte die Prognosemarke tiefer als von Analysten befürchtet, die bislang den Sektorengewinn auf 6,85 Milliarden Euro veranschlagt hatten.

Der Konzern wird immer stärker vom Konjunktureinbruch erfasst. Der Auftragseingang ging im zweiten Geschäftsquartal (Januar bis März) den Angaben zufolge um elf Prozent auf 20,9 Milliarden Euro zurück. Waren bislang vor allem Teile des Industriesegments betroffen, weitet sich die Flaute nun auch auf den Hauptgewinnbringer Energietechnik aus. Dort sei 2009 von weiterem Druck auf die Auftragslage auszugehen, hieß es. In dem Segment, das zuletzt einen Quartalsgewinn von 818 Millionen Euro abwarf, ging das Bestellvolumen um acht Prozent zurück. Lediglich die Medizintechnik verbuchte noch eine Auftragssteigerung von einem Prozent.

Im abgelaufenen Quartal hat der Konzern bei einem Umsatzzuwachs von fünf Prozent auf knapp 19 Milliarden Euro ein Ergebnis der Sektoren von 1,84 Milliarden Euro erwirtschaftet. Der Nettogewinn kletterte um 146 Prozent auf 1,01 Milliarden Euro. Dazu trug insbesondere bei, dass Siemens jüngst Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten mit dem BenQ-Nachfolger Qisda auflöste und im Vorjahresquartal hohe Abschreibungen angefallen waren. (aku/dpa/Reuters)

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