Wirtschaftskrise : Volkswagen streicht sämtliche Leiharbeiter-Jobs

Im Zuge der Krise in der Automobilindustrie will der VW-Konzern alle bisherigen 16.500 Leiharbeiter-Stellen streichen. Gleichzeitig kritisierte VW-Chef Martin Winterkorn die geplante Staatshilfe für Opel.

VW
Die Gläserne Manufaktur von Volkswagen in Dresden. -Foto: dpa

WolfsburgVolkswagen streicht wegen der Absatzkrise in diesem Jahr alle noch verbliebenen 16.500 Leiharbeiter-Stellen weltweit. "Das ist für die Betroffenen nicht schön, aber daran führt kein Weg vorbei", sagte VW-Chef Martin Winterkorn dem "Spiegel". Die Arbeitsplätze der Stammbelegschaft seien vorerst nicht bedroht. "Für dieses Jahr sehe ich da keine Probleme", sagte der VW-Chef. "Erst wenn es dann nicht mehr weitergeht, müsste man über andere Dinge nachdenken."

Ablehnend äußerte sich Winterkorn zu möglichen Staatshilfen für den angeschlagenen Autobauer Opel. "Der Staat sollte sich raushalten." Wenn er punktuell einem Unternehmen mit Bürgschaften beispringe, sei das legitim. Aber das solle nur für eine Übergangszeit gelten. "Der Staat darf nicht zur Rettungsgesellschaft für Firmen werden, denen möglicherweise der Bankrott droht." Der Vorstandsvorsitzende des VW-Konzerns sagte, er könne nicht beurteilen, ob Opel der Konkurs drohe. "Das wäre natürlich zu bedauern." Er wisse nur, dass die Ablösung vom US-Mutterkonzern General Motors nicht so einfach sei "bei der engen Vernetzung, die über Jahre gewachsen ist".

Verheugen: Opel nicht systemrelevant

Auch EU-Industriekommissar Günter Verheugen steht den staatlichen Rettungsversuchen für Opel skeptisch gegenüber. Anders als bei den Banken gebe es in der Industrie keine Unternehmen, die im Fall der Zahlungsunfähigkeit eine verheerende Kettenreaktionen auslösen könnten, sagte Verheugen der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". "In diesem Sinne ist Opel nicht systemrelevant, Porsche ist es nicht und auch nicht Daimler. Das wäre nicht einmal bei Volkswagen der Fall." Es gebe immer Wettbewerber, die in die Lücke springen könnten.

Verheugen betonte zwar, die Automobilindustrie als Ganzes habe systemrelevante Bedeutung für die Industrie Europas. Sie stehe aber nicht vor dem Untergang. Forderungen nach einem Rettungsplan der EU für die Branche wies der Kommissar zurück: "Wir haben keinen einzigen Euro für diesen Zweck." Für Beihilfen seien die Mitgliedsstaaten zuständig. Sie sollten verantwortungsvoll mit dieser Möglichkeit umgehen. (küs/dpa/AFP)

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