Wirtschaftsleistung : Berlin kommt besser durch die Krise

Ein Bundesvergleich zeigt: Berliner Unternehmen schlugen sich in der Krise besser als die Wettbewerber in den meisten anderen Ländern.

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Dienstleister wie die Einzelhändler machen in Berlin 80 Prozent der Wirtschaft aus. Auch deshalb schneidet die Hauptstadt besser...Foto: Spiekermann-Klaas

BerlinBerliner und Brandenburger Unternehmen und Dienstleister schlagen sich in der Krise besser als die Wettbewerber in den meisten anderen Bundesländern. Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Donnerstag mitteilte, sank das Bruttoinlandsprodukt in Berlin in jeweiligen Preisen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,1 Prozent und in Brandenburg um 2,4 Prozent. Wird die Preisveränderung nicht berücksichtigt, sank in Berlin die Wirtschaftsleistung im 1. Halbjahr 2009 real um 2,3 Prozent, in Brandenburg um 3,6 Prozent. Zum Vergleich: Deutschlands Bruttoinlandsprodukt ging preisbereinigt im gleichen Zeitraum um 6,8 Prozent zurück.

Zugute kam der Hauptstadtregion, dass sie über einen starken Dienstleistungssektor verfügt. Er macht 80 Prozent der gesamten Wirtschaft aus. Der Anteil des verarbeitenden Gewerbes liegt hingegen nur bei rund 13 Prozent – zehn Prozent weniger als im Bundesdurchschnitt. Regionen, die stark von der Automobil- und Zulieferindustrie geprägt sind, sind von den Auswirkungen der Krise wesentlich stärker betroffen – in Baden-Württemberg und im Saarland stürzte das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10,1 Prozent ab. Auch der Einbruch des Exports traf die Berliner und Brandenburger weniger stark, weil die Region nicht so viel ins Ausland verkauft.

Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) wertete die Entwicklung auch als Ergebnis der „strategischen Entscheidungen“ des rot-roten Senats. So sei konsequent auf Innovation und Technologie gesetzt worden. Die „Stärken und Potenziale der Hauptstadt“ seien zudem gezielt durch Cluster und Kompetenzfelder ausgeschöpft worden – etwa im Bereich Pharma und Ernährung. Wolf warnte aber vor „verfrühtem Optimismus“. Es bestünden erhebliche Risiken für den Arbeitsmarkt und den privaten Konsum. Dennoch korrigierte Wolf seine Jahresprognose: Die reale Wirtschaftsleistung köWirtschaftsleistung Bundesvergleichnne entgegen der Frühjahrsprognose von minus vier Prozent nun „insgesamt um bis zu drei Prozent“ sinken. (mot)

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